Full text: Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg (Bd. 124, 1969)

W. HILLER 
Hilfe eines magnetischen Variographen, der die Grundelemente laufend 
registriert, erfaßt werden. Die erhaltenen Variogramme sind besonders 
wichtig, um über die unregelmäßigen, vom Außenfeld stammenden 
Schwankungen Aufschluß zu erhalten. 
Mit systematischen magnetischen Messungen wurde in den Kulturlän- 
dern um die Jahrhundertwende begonnen. Die erste magnetische Landes- 
vermessung in Württemberg wurde im Jahr 1900 von K. HAussmAnn (11) 
im Auftrag und unter Mitwirkung der damaligen Meteorologischen Zentral- 
station beim Württ. Statist. Landesamt durchgeführt; wegen der Säkular- 
variation wurden die Meßwerte auf den 1. Januar 1901 (1901.0) reduziert. 
Die Basisstation mit einem Variographen befand sich in einem Weinberg- 
häuschen bei Korntal. Gemessen wurde in Württemberg und Hohenzollern 
an insgesamt 65 Punkten, die einigermaßen gleichmäßig über das gesamte 
Meßgebiet verteilt waren. 
In Einzelkarten wurden von HAvussMmAnn für 1901.0 die Isogonen als 
Linien gleicher Deklination, die Isoklinen als Linien gleicher Inklination, 
die H-Isodynamen als Linien gleicher Horizontalintensität, die Z-Iso- 
dynamen als Linien gleicher Vertikalintensität und die T-Isodynamen als 
Linien gleicher Totalintensität dargestellt. Alle diese Einzelelemente pas- 
sen sich ohne Besonderheiten in das gesamte normale Erdfeld ein, mit 
Ausnahme der Ostalb, wo sich eine größere magnetische Anomalie ab- 
zeichnet, deren Ursache vom tieferen Untergrund herrührt. In diesem 
Bereich liegt auch das Steinheimer Becken, und außerhalb von Württem- 
berg das Nördlinger Ries. Eine Spezialvermessung dieser Gegend hat 
ebenfalls K. HAUssMANNn (12) im Jahre 1902 vorgenommen. Weitere Spe- 
zialvermessungen im Steinheimer Becken haben im Jahre 1928 Fr. REGER, 
H. HAALcK und W. Kranz (13) durchgeführt und zu deuten versucht. 
Anfang der sechziger Jahre wurde das Steinheimer Becken im Rahmen 
von Arbeiten des Stuttgarter Geophysikalischen Instituts sehr engmaschig 
magnetisch vermessen. Alle diese Spezialvermessungen hatten das Ziel, 
etwas über die Natur und die Entstehung des Steinheimer Beckens bzw. 
des Nördlinger Rieses aussagen zu können, also vor allem die Frage zu 
klären, ob diese vulkanischen oder meteoritischen Ursprungs sind. Eine 
eindeutige Beantwortung dieser Frage ist aber bis jetzt noch nicht ge- 
lungen. 
Erfolgreicher waren magnetische Messungen, die seit 1951 bis heute 
von meinen Schülern O. MÄUSSNEST (14) und G. KEPPNER (15) im Gebiet 
der mittleren schwäbischen Alb, also im Bereich des „Schwäbischen Vul- 
kans“ durchgeführt wurden. Die hier vorkommenden vulkanischen Ge- 
steine (Basalt und hauptsächlich Basalttuff) zeigen eine magnetische Ano- 
malie, die als induzierter Gesteinsmagnetismus im Erdfeld entstanden ist. 
So geben ganz engmaschig durchgeführte magnetische Messungen die 
Möglichkeit, derartige Anomalien aufzufinden und damit die einzelnen 
Schlote im großen Bereich des „Schwäbischen Vulkans“ nachzuweisen 
bzw. neu aufzufinden. Auf diese Weise ist es im Verlauf der letzten 
15 Jahre gelungen, die Zahl der vorhandenen und bekannt gewordenen 
Einzelschlote der mittleren Schwäbischen Alb beträchtlich zu erhöhen; 
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