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Kleine Mitteilung
Brüten der Waldschnepfe
auf der Schwäbisch-Fränkischen Alb
Im „Anzeiger der ornithologischen Gesellschaft Bayern‘ 8, 1967, S.
71—72, wurde bereits über Brüten der Waldschnepfe 1966 auf der Ostalb
berichtet. Nunmehr konnte ein weiterer Brutnachweis erbracht werden.
Am 283. 7. 1973 rief Herr Oberforstwart ALBERT HERTLE vom Fürstl.
Forstamt Härtsfeldhausen mich an, er habe am 20. 7. 1973 in der Abt.
„Bäuerlesholz‘“ des Forstbezirks und Forstamts Härtsfeldhausen, Nordostalb,
eine Waldschnepfe auf ihrem Nest entdeckt. Im Nest befanden sich
4 Eier, das Gelege war also vollständig.
Am 26. 7. 1973 fuhr ich mit Herrn OrTo HAun nach Härtsfeldhausen,
von wo aus Herr HERTLE uns an den Nistplatz führte. Die Waldschnepfe
saß fest auf dem Nest, das von 30 cm hohem Gras umgeben war und so
nur durch Zufall gefunden werden konnte. Der Altvogel saß so fest auf
dem Gelege, daß er erst bei näherem Hinsehen aufflog. Man gewann dabei
den Eindruck, daß die Jungen kurz vor dem Schlüpfen stünden. Im
Nest selbst lagen 4 Eier, die teils vom Kot des Altvogels bedeckt waren.
Das Nest befand sich an einem wenig begangenen, mit 30 cm hohem
Gras bewachsenen Waldweg.
Bei einer Kontrolle am 27. 7. 1973 sah Herr HERTLE die Waldschnepfe
auf dem Nest; am 28. 7. 1973 fand Herr HAHn im Nest nur noch die
Eischalen der vier Eier vor, die er als Beleg mit nach Hause nahm und
mir überließ. In der Nestmulde lagen Nadeln. Am 7. 8. 1973 hat Herr
HERTLE alle 4 Jungschnepfen im Wald unter Reisig angetroffen; der Altvogel
war vordem weggeflogen. Demnach sind die 4 Jungen zwischen
dem 27. und 28. 7. 1973 geschlüpft und gut hochgekommen.
Einen Brutnachweis von der Fränkischen Alb verdanke ich Herrn
Oberforstmeister WENNINGER vom Fürstl. Forstamt Härtsfeldhausen. Laut
Bericht vom 11. 6. 1967 hat Herr Oberforstwart PAuL VETTER, Kösingen,
im Frühjahr 1954 bei Harburg ein Gelege entdeckt. Er war damals als
Forstanwärter beim Fürstl. Forstamt Harburg, Forstbezirk Thurnek, tätig.
Während der Kulturzeit im Monat April beobachtete er in der Abt. „Fohrenbühl‘“
beim Begehen der Kulturfläche eine abstreichende Waldschnepfe.
Nach kurzem Suchen entdeckte er am Boden ein Gelege mit zwei
oder drei Eiern. Als er am nächsten Tag das Gelege erneut aufsuchte,
entdeckte er die brütende Waldschnepfe. Einige Tage später konnte er
nochmals die brütende Schnepfe beobachten.
EDwın HEegr, Bopfingen
Jh. Ges. Naturkde. Württ. 128 (1973)