Full text: Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg (Bd. 129, 1974)

55 
Bergrat Archenholtz und Regierungsrat Tux, zwei 
württembergische Mineralien- und Fossiliensammler als 
Lieferanten der Markgräfin Caroline Louise von Baden 
Von GAsTON Mayer, Karlsruhe 
Zu der großen Zahl von Lieferanten und Tauschpartnern der Markgrä- 
fin CAROLINE LOUISE VON BADEN (1723—1783), Besitzerin eines bedeu- 
tenden Naturalienkabinetts, gehören auch mindestens zwei württembergi- 
sche Mineralien- und Fossiliensammler, nämlich der Bergrat ARCHEN- 
HOLTZ und der Regierungsrat Tux, beide in Stuttgart. Was über deren 
Lieferungen in der umfangreichen Korrespondenz der Markgräfin im 
großherzoglichen Familienarchiv sowie in Archivalien der Badischen Lan- 
dessammlungen für Naturkunde in Karlsruhe, hervorgegangen aus der 
Privatsammlung der Markgräfin, zu entnehmen ist, sei im folgenden mit- 
geteilt. 
MAXIMILIAN HEINRICH AÄRCHENHOLTZ, aus dem „Nassauschen“, gest. 
17891, Rentkammer-Expeditionsrat und Bergrat in Stuttgart, dann ab 
1765 in Mannheim, wo seine 16 000 Objekte umfassende Sammlung von 
„Mineralien und Petrificaten‘“ in zwei Zimmern des kurfürstlichen Schlos- 
ses aufgestellt war. Dieser lieferte 1764 Mineralien und Fossilien an die 
Markgräfin. 
Ein „Verzeichnis der Würtenbergischen Versteinerungen und Mineralien, so 
in einem Einschlag zum Hfürstl. Mineralien Cabinet eingeschicket worden“ trägt 
das Datum vom 22, 10. 1764 und hat folgenden Wortlaut: 
1. Poroser Tuch-Stein, welcher in denen Sand-Gruben zwischen Stuttgardt und 
Berg gefunden wird. Es sind verschiedentlich Röhren darinnen, welche da- 
her ensttanden, daß die versteinerende Materie, sich über Holtz angeleget, 
so mit der Zeit verfaulet und die hohlen Röhren veranlaßet. 
2. Ein dichter Tuch-Stein, aus den nehmblichen Sand-Gruben worinnen die Ab- 
bildung eines Knochens wahrzunehmen, und werden zuweilen fast gantz 
ohnversehrte Knochen, von außerordentlicher Grösse, darinnen angetroffen. 
3. Ein poroser Tropfstein, dergleichen in den Ritzen des Tuch-Steins, bey 
Urach, oberhalb dem Güterstein, zuweilen gefunden werden. 
4. Ein großer Tropf-Stein, welcher in den nehmblichen Ritzen des Tuchsteins 
gefunden worden. 
5. Ein auß dem Wasser entstandener Stein, welcher sich in denen höltzernen 
Teicheln, der Wasser-Kunst bey Urach oberhalb dem Güterstein, angesetzet. 
6. Haematites, Glaskopf oder Blutstein, ein reichhaltiges Eysen-Ertz, so aber in 
1 Nach KısTtner (1930). Der Sterbeeintrag ist aber weder in Mannheim noch 
in Stuttgart festzustellen. 
Jh. Ges. Naturkde. Württ. 129 (1974)
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.