Full text: Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg (Bd. 129, 1974)

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Bemerkungen zur Mooskartierung in Südwestdeutschland, 
nebst Mitteilung 
einiger neuer Arten für die Moosflora des Gebietes 
Von RuPrREcHT DüLL, Duisburg 
Bereits vor einigen Jahren erwog GEORG PHILIPPI eine Kartierung der 
Moose SW-Deutschlands auf Meßtischblattbasis. Leider liegen bis jetzt 
jedoch keinerlei derartige Zahlen vor. Nachdem nun DüLL und F. Korper 
(1974) und DüLL (1974) bereits an anderer Stelle ausführlich über die 
Kartierung in N.R.-Westfalen bzw. in der Bundesrepublik berichteten, er- 
scheint es doch notwendig, auch über die seinerzeitigen Kartierungen des 
Verfassers im südwestdeutschen Raum zu berichten. Eine bryogeographi- 
sche Analyse einiger oberrheinischer Blätter liegt inzwischen auch vor 
(DüLL 1973) und zeigt somit auch Wege der Auswertung derartiger Kar- 
tierungsdaten. 
Im Vergleich mit der besonders auch von F. Korre und HEGEWALD in 
N.R.-Westfalen betriebenen Mooskartierung, dort sind bereits 27 %0 der 
Meßtischblätter mit über 50 Arten (Stand Herbst 1973; jetzt ca. 30 %o) 
belegt worden, ist die hier vorgelegte Übersicht für S.W.-Deutschland re- 
lativ mager. Allerdings beruhen die hier angegebenen Werte fast aus- 
schließlich“ auf den eigenen Exkursionen des Verfassers. Literaturangaben 
wurden — mit Ausnahme der bei DüLL (73) bearbeiteten Blätter — 
nicht aufgenommen. 
Nach der beiliegenden Übersicht wurden bisher 148 Blätter besucht, 
von diesen sind 46 mit mindestens 90 nachgewiesenen Arten relativ gut 
belegt. Für 13 Blätter (mit über 180 Arten) dürften kaum noch nennens- 
werte Artenzahlen hinzukommen. Am besten. kartiert sind das Blatt 6518 
(Heidelberg), mit 295 Arten sowie das Blatt 7420 (Tübingen) mit 250 Ar- 
ten. Schwerpunkte der bisherigen Kartierung lagen entsprechend im 
Odenwald (von 8 Blättern weisen 6 über 90 Arten auf), im Gebiet um 
Karlsruhe (von 15 haben 5 über 90 A.), im Wutach-Feldberggebiet (3 
Blätter zwischen 165—195 A.) und im Neckarland/Jura um Tübingen 
(allein 4 Blätter mit mindestens 200 Arten). Aus diesen Zahlen ist ersicht- 
lich, was bei gründlichem Studium möglich ist, aber auch, was an Arbeit 
noch zu leisten ist. 
Weite Bereiche SW-Deutschlands — dies zeigt auch meine Übersicht 
in der „Bryogeographie‘““ (DüLL 69:220) — sind immer noch bryologi- 
sches Neuland. Im folgenden die bisherigen maximalen Artenzahlen der 
MB-Kartierung in den einzelnen Naturräumen, sowie die dort je Tagesex- 
kursion (in Klammern) bei gründlicher Nachsuche zu erwartenden Arten- 
*) Herrn A. Bıcker (Weingarten) sei an dieser Stelle für die Überlassung seiner 
Daten herzlich gedankt. 
Jh. Ges. Naturkde. Württ. 129 (1974)
	        

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