Full text : Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg (Bd. 136, 1981)

Schichtenfolge und geologische Bedeutung der Thermalwasserbohrung Aalen 1 69

im Liegenden und Hangenden eindeutig anzusprechen. Die bisherigen Vermutungen,
 sie würden im Raum Aalen bereits vollkommen durch Sandsteine vertreten
 sein (BRENNER 1973) haben sich nicht bestätigt. Auch die von BRENNER
(1973) vorgeschlagene Grenzziehung zwischen Oberen Bunten Mergeln und
Stubensandstein-Schichten läßt sich östlich von Stuttgart nicht mehr anwenden.
Bereits in der Umgebung von Schwäbisch Gmünd enthalten die Oberen
Bunten Mergel örtlich Sandsteinlagen und auch vereinzelt rote Partien. Die
Schichtenfolge der Bohrung Aalen zeigt, daß diese Tendenz sich nach Osten
offensichtlich verstärkt.

2.3.2.6. Stubensandstein-Schichten, km 4 (F. Wurm) (371—288,5 = 82,5 m)
Nachdem die Stubensandstein-Schichten im Raum Schwäbisch Gmünd
100 m mächtig sind, war die Abnahme der Schichtstärke um fast 20 m auf
82,5 m in der Bohrung Aalen überraschend. In Überkingen wurden 93 m
erbohrt, in Dinkelsbühl ist die der obere Teil bereits abgetragen.
Die bei Schwäbisch Gmünd und auch entlang des Kochertales bei Abtsgmünd
 vorhandene Dreiteilung der Stubensandstein-Schichten ist auch in der
Abfolge der Bohrung Aalen vorhanden. Die Grenzen der nachfolgenden
Zusammenstellung wurden mit Hilfe des Gamma-Logs ermittelt:
288,5—303 = 14,5 m 4. Stubensandstein
-310= 7 m Tonstein = „Mittelletten“ (BRENNER 1973)
= „Obere Tone“ (ViLLINGER 1973)
3. Stubensandstein
Tonstein = „Mittlere Hangendletten“ (BRENNER)
= „Mittlere Tone“ (ViLLINGER)
2. Stubensandstein (Mittlerer Stubensandstein)
Tonstein = „Fleckenton“
= „Untere Hangendletten“ (BRENNER)
= „Untere Tone“ (VILLINGER)
-371=20 m 1. Stubensandstein
= Hauptfleins
= Unterer Stubensandstein
Der 3. und 4. Stubensandstein bilden morphologisch eine Einheit und werden
 daher zum oberen Stubensandstein zusammengefaßt. Das Gamma-Log
zeigt Anreicherungen strahlender Minerale jeweils an der Untergrenze der
Sandsteinhorizonte. Am stärksten ausgeprägt ist die Anomalie an der Basis des
1. Stubensandsteins. Vergleichbare Anomalien haben im Mainhardter und
Welzheimer Wald Anlaß zu Prospektionsarbeiten gegeben.
Zusammenfassend ist festzustellen, daß der Tonanteil der Stubensandsteinschichten
 verhältnismäßig hoch ist und somit auch in diesem Abschnitt der
Schichtenfolge keine besonderen Hinweise auf eine Ablagerung in der Nähe
des Beckenrandes gegeben sind.
2.3.2.7. Knollenmergel, km 5 (F. Wurm) (288,5—259,5 = 29 m)
Da der Knollenmergel nur wenige Kilometer nördlich und nordwestlich der
Bohrung zutage ausstreicht, waren für diesen Schichtabschnitt keine Besonderheiten
 zu erwarten. Bemerkenswert ist die verhältnismäßig große Mächtigkeit

Jh. Ges. Naturkde. Württ. 136 (1981'
            
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