Volltext : Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg (Bd. 137, 1982)

Eine Salamandriden-Larve aus dem Jungtertiär
des Randecker Maars (Schwäbische Alb)
Von THoMas LörrfLer, Göttingen, und FRANK WeEsTPHAL, Tübingen
Mit 3 Abbildungen
Einleitung
Das Randecker Maar, bei Kirchheim (Teck) am Nordrand der Schwäbischen
Alb gelegen, ist seit langem als Fossillagerstätte bekannt. In einem erloschenen
Schlot des jungtertiären Urach-Kirchheimer Vulkangebiets bildete sich hier
während des Miozäns ein Maarsee, dessen Ablagerungen Reste von Pflanzen,
Wirbellosen und Wirbeltieren enthalten. Unter den Wirbeltier-Fossilien finden
 sich gelegentlich auch Amphibien, vor allem Anuren (FraAAs 1909; MarL-ZAHN
 1936). Seltener sind Urodelen-Skelette: Bisher wurden nicht mehr als
zwei Exemplare gefunden; beide gehören zu der vorerst nur aus dem Randekker
 Maar bekannten Gattung und Art Palaeopleurodeles hauffi HERRE 1941,
einer Verwandten des rezenten Rippenmolches Pleurodeles (HERRE 1941; WESsT-PHAL
 1977).
Im folgenden wird der dritte Urodelenfund aus dem Randecker Maar zusammen
 mit seinem geologisch-ökologischen Rahmen vorgestellt. Es handelt sich
um ein sehr kleines Exemplar, das von TH. LÖFFLER 1981 anläßlich einer
Exkursion des Geologisch-Paläontologischen Instituts der Universität Göttingen
 im „Dysodil“ nahe dem Zentrum des Maars im Bachbett eines Arms des
Zipfelbachs (Abb. 1) gefunden worden ist. Das Exemplar wird unter der Katalog-Nummer
 GPIT 1584 in der Sammlung des Instituts und Museums für Geologie
 und Paläontologie der Universität Tübingen aufbewahrt.
Beschreibung
Das neue Skelett (Abb. 2) stammt von einem sehr kleinen Individuum in
relativ frühem Larvenstadium. Die fehlenden rund 15 letzten Schwanzwirbel
hinzugerechnet, ergibt sich eine Gesamtlänge von nur etwa 35 mm (davon
erhalten 21,5 mm). Das Tier ist in Seitenlage eingebettet und wendet dem
Betrachter die rechte Körperseite zu.
Die Erhaltung der sehr zarten Knochen ist im einzelnen nicht allzu günstig.
Details sind nur selten zu erkennen. Im Ventralbereich zeichnen sich nicht
näher deutbare Weichteilstrukturen ab.
Einige Maße (Längen in mm): Schädel: 5,0; Wirbelsäule bis zum Becken: 11,5;
Humerus: 2,3; Unterarm: 1,6; Femur: 2,1; Unterschenkel: 1,2.
Jh. Ges. Naturkde. Württ. 137 (1982)
            
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