Volltext : Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg (Bd. 138, 1983)

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und Wehrpflicht von Oktober 1940 bis September 1941 an der Universität
Münster i.W. 3 Semester Naturwissenschaften studieren konnte, mit den
Fächern Zoologie, Botanik, Chemie und Physik. Erst im Oktober 1945 konnte
 er dieses Studium fortsetzen, wiederum an der Universität Münster, wo er
auch am 12. 3. 1948 mit einer Dissertation über „Das postnatale Wachstum
cytoarchitektonischer Einheiten im Großhirn der Weißen Maus“ und nach
einem mit „Sehr gut“ bestandenen Rigorosum zum Doktor der Naturwissenschaften
 promoviert wurde.
Bereits am 1. 10. 1947 war Karı WıLHeELM HarDe die Verwaltung einer wissenschaftlichen
 Assistentenstelle am Zoologischen Institut der Universität
Münster übertragen worden, in die er nach seiner Promotion als Beamter eingesetzt
 wurde. So war er seit Ende 1947 in Münster überwiegend mit Tätigkeiten
 im Unterrichtsbetrieb am Zoologischen Institut beschäftigt. Dabei traten
neben der Hirnforschung zunehmend entomologische Interessen zutage, etwa
wenn er Exkursionen speziell insektenkundlich ausrichtete. Auch eine eigene
Bockkäfer-Sammlung legte er an. Das führte zwangsläufig zu wissenschaftlichen
 Fragestellungen, was sich deutlich in der Liste seiner Veröffentlichungen
zeigt. Die weite Welt der Biologie durfte er dann unter seinem Institutsleiter,
Prof. Dr. BERNHARD RENnscH, 1953 auf einer Indien-Expedition erleben,
wodurch er zu weiteren Forschungen angeregt wurde.
Karı WiLHELM Haroe heiratete 1948 die Studienassessorin für Geographie,
Biologie und Sport Herta KocH. Aus dieser Ehe stammt die 1949 geborene
Tochter Uirıke. Es war deren 1982 geborene Tochter SAGITTA, sein Erstes
Enkelkind, das ihm in den letzten Krankenhauswochen inniges Glück
bescherte.
Das Jahr 1956 brachte dann entscheidende Veränderungen für die ganze
Familie HArDe. Karı WiLmeLm Haroe bewarb sich um die freie Stelle des
Abteilungsleiters für Entomologie am Staatlichen Museum für Naturkunde in
Stuttgart, seine Bewerbung wurde angenommen, und am 1. 11. 1956 trat er seinen
 Dienst in Stuttgart an, wohin ihm Frau und Tochter schon im Dezember
folgen konnten.
Damit war Kart, WıiLHeLM HarDe nun hauptamtlicher Entomologe und stellce
 ganz konsequent seine anderen Forschungen ein, um sich nicht zu verzetteln.
 Denn die übernommene Aufgabe war groß; gab es doch damals immer
noch, als Folge von Kriegsauslagerungen, räumlicher Enge und Mitarbeitermangel,
 umfangreiche, ungeordnet und unübersichtlich untergebrachte, großenteils
 unpräparierte und unbestimmte Insektenbestände im Stuttgarter
Naturkundemuseum. Mit umsichtiger Zielstrebigkeit und beispielhafter Energie,
 die auf die Mitarbeiter ausstrahlte, hat er, in bester Zusammenarbeit aller,
die Stuttgarter Insektensammlung zu einem weltweit anerkannten wissenschaftlichen
 Instrument gemacht. Auf vielen Exkursionen und Sammelreisen
im In- und Ausland (Spanien, Athiopien, Argentinien, U.S.A.) hat er mit vielfältigen
 Ausbeuten die Stuttgarter Sammlungen ausbauen helfen. Wenn er
auch selber Käferspezialist blieb, so ist er doch nie einseitig geworden, sondern
hat die ganze Entomologie und auch Biologie im Blickfeld behalten.
Auf vielen Gebieten, auch außerhalb der Entomologie, konnte er daher bio-(ogisch
 Interessierten etwas geben, so z. B. durch Vorlesungen über Tiergeogra-Ih.

 Ges. Naturkde. Württ. 138 (1983)
            
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