Volltext : Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg (Bd. 143, 1988)

Abhandlungen

Der Hamiten-Ton (Ober-Bajocium, Mittl. Jura) in
Bauaufschlüssen der neuen Bundesautobahn A 8,
Streckenabschnitt Aichelberg - Gruibingen

Von GerD Diet, Stuttgart

Mit 4 Abbildungen und 4 Tafeln

Zusammenfassung

In Baugruben am E-Hang der Franzosenschlucht zwischen Gruibingen und dem Kaltenwang-Hof
 war für kurze Zeit der Hamiten-Ton aufgeschlossen. In seinem unteren
Abschnitt (= Unterer Hamiten-Ton, Niortense/Subfurcatum-Zone) konnten durch
kleinere Grabungen zahlreiche Fossilien horizontiert geborgen werden. Darunter
waren besonders gut erhaltene, adulte Exemplare von heteromorphen Ammoniten. Sie
kommen in 3 verschiedenen Faunenhorizonten vor, die hier eingehend beschrieben
werden und die es nun ermöglichen, die Baculata-Subzone zumindest in Mittel-Württemberg
 weiter zu untergliedern.

1. Vorwort

Beim Bau der alten Reichsautobahn in den 30er Jahren wurde es versäumt,
am Aichelbergaufstieg nach feinstratigraphischen Gesichtspunkten in den damaligen
 Bauaufschlüssen zu sammeln. Weder Profile noch Fossilien wurden
von der damaligen Großbaustelle in irgendeiner wissenschaftlichen Abhandlung
 veröffentlicht.
Von den damaligen Bauaufschlüssen gelangten nur wenige Fossilien in öffentliche
 Sammlungen, obwohl wie Augenzeugen berichteten, der Fossilreichtum
 vieler Schichten groß war. Die wenigen Funde weisen darüber hinaus nur
ungenügende Fundschichtangaben auf. Bestenfalls ist die Fundschicht, wie damals
 üblich, als QuEnstEpT’sche Schichtgruppe (@ bis $) angegeben, die jedoch
heutigen stratigraphischen Anforderungen kaum noch genügt, da viel zu ungenau.

Durch die Profilaufnahmen von SöLı (1954), Frıtz (1962) und WEBER (1964)
im nahegelegenen Teufelsloch, wo in Bachanrissen einige Schichten mehr oder
weniger gut aufgeschlossen sind, konnten einige der damaligen Versäumnisse
nachgeholt werden. Der größte Teil der in diesen Arbeiten aufgeführten Fossilfunde
 — abgebildet wurde nichts — ist jedoch heute nicht mehr vorhanden.
So lassen sich die in diesen Arbeiten vorgeführten stratigraphischen Ergebnisse
kaum nachprüfen und auch eine Nachbearbeitung ist in Ermangelung der für
die Schichtgliederung wichtigen Fossilien heute nicht mehr möglich. Deshalb
lag die Hoffnung auf den zu erwartenden neuen Bauaufschlüssen der Neubau-{h.

 Ges. Naturkde. Württ. 143 (1982)
            
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