Zur Verbreitung von Vicia dalmatica Kerner in
Baden-Württemberg
Von
Arno Wörz, Stuttgart und MANFRED BässLeErR, Berlin
Mit 2 Abbildungen
1. Einleitung
Im Zuge der Freilandarbeiten zum „Handbuch der Höheren Pflanzen Baden-Württembergs“
fand SeBALD auf der Schwäbischen Alb eine Population aus extrem
schmalblättrigen Exemplaren einer Fabacee, die sich bei einer genaueren
Untersuchung als V. tenuifolia ROTH ssp. stenophylla VeL. erwies, eine Sippe,
die auch als eigenständige Art, Vicia dalmatica KERNER, aufgefaßt wird. An
Hand von Herbarmaterial konnten einige weitere, allerdings in den letzten
Jahren nicht mehr bestätigte Vorkommen belegt werden. In der vorliegenden
Arbeit sollen diese Fundorte zusammengestellt und eine morphologische und
standörtliche Charakterisierung der Bestände im Gebiet vorgenommen werden.
Das Ziel der Arbeit ist es, auf diese schöne und interessante Rarität in der
Flora Baden-Württembergs hinzuweisen (von der möglicherweise noch weitere,
bisher nicht. erkannte Vorkommen existieren) und Vorschläge zu ihrer
langfristigen Sicherung zu erarbeiten.
2. Methodik
Die Fundortsangaben innerhalb Baden-Württemberg beruhen auf den Belegen
im Herbarium des Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart sowie
auf mündlichen Angaben von SesALD. Alle Vorkommen werden mit Meßtischblattangabe,
Quadrantennummer, Lokalität, Fundjahr und Finder charakterisiert.
Der Ausdruck der Verbreitungskarte erfolgte mittels eines DBase II-Programmes
auf einer Kartenvorlage des Landesvermessungsamtes Stuttgart.
An dem einzigen aktuellen Fundort — Oberglashütte auf der Schwäbischen
Alb — wurde eine Vegetationsaufnahme angefertigt, in der der die Mengenanteile
der einzelnen Arten entsprechend der allgemein gebräuchlichen Skala
(BRAUN-BLANQUET 1964) geschätzt wurde:
+ = nur in Einzelexemplaren mit geringer Deckung vorkommend.
1 = reichlich, aber wenig deckend, oder spärlich, aber mit einem Deckungsgrad
bis 5 % vorkommend.
sehr zahlreich vorkommend oder weniger zahlreich mit einer Deckung
von 5—25 %.
25—50 % Deckung.
Ih. Ges. Naturkde. Württ. 145 (1990)