Volltext : Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg (Bd. 147, 1992)

4

URSULA LAUXMANN

Endothek: Gesamtheit der Dissepimente innerhalb der Wand.
Exothek: Gesamtheit der Dissepimente außerhalb der Wand.
Kelch: Oberfläche eines Polypares. Die Kelchoberfläche kann, bedingt
durch die Form der Septenoberränder konvex, konkav oder trichterförmig
sein.
Kelchgrube (= Columellarraum, = Axialraum): Der Raum zwischen
den Innenrändern der Septen.
Kelchrand: Oberes Ende der Theka. Die Kelchwand kann je nach
Form der Septen (und Costae) sehr schmal und scharf oder breit und gerundet
 sein.
Knospung: Ungeschlechtliche Fortpflanzung der Polypen. Man unterscheidet
 zwischen Kelchteilung und, je nach Lage zum Kelch, zwischen extracalicinaler,
 extracalicinal-marginaler, intracalicinaler oder intercalicinaler
 Knospung.
Pali: Vertikale, meist stabförmige Elemente zwischen der Columella und
den Innenrändern der Septen.
Perithek: Bei massigen, kolonialen Korallen der Raum zwischen den
Kelchen.
Polypar (= Corallit): Das Skelett eines Individuums innerhalb eines
Stockes. Dies entspricht bei solitären Korallen dem Corallum.
Septen: Vertikal angeordnete Kalkblättchen, die von der Theka aus in
das Innere des Polypares reichen. Sie bestehen aus einem costalen Teil
(außerhalb der Theka) und einem septalen Teil (innerhalb der Theka),
wobei die Wand die Trennlinie bildet. Bei der Beschreibung der Septenform
 werden, bezogen auf das Kelchzentrum, die Begriffe Septeninnenrand,
 Septenoberrand, Septenaußenrand und Septalflanken verwendet.
Stereom (= Sklerenchym): Sekundäre Ausscheidung von Skelettmaterial,
 die den Septal- und Basalapparat überzieht.
Wand (= Theka): Vertikalstruktur, die das Lumen der Polypare umgibt
und nach außen abgrenzt. Sie kann aus unterschiedlichsten Skelettelementen
 aufgebaut werden.

Durch numerische Daten angegebene Merkmale:
Abstand der Kelchzentren, Kelchdurchmesser (bei ovalen Kelchen wird der
kleine (d) und große (D) Durchmesser angegeben), Zahl der Septen, Zahl der
Costae, Höhe des Corallums (bei solitären Korallen), Anzahl der Kelche pro
Quadratzentimeter. Maße, wie die Zahl der Septen bzw. der Costae oder Anzahl
 der Dissepimente pro Längeneinheit werden nicht verwendet, da diese
Maße, bedingt durch verschiedene Altersstadien und unterschiedliche Erhaltung
 sehr variabel sein können. Besonders deutlich wird dies bei den Arten der
Gattung Rhipidogyra, die in juvenilen Stadien durchaus 5 bis 6 Septen auf 5 mm
Kelchrand aufweisen können. Mit zunehmendem Alter und Größe verdicken
sich die Septen sekundär durch Anlagerung von Stereom aber so stark, daß auf
5 mm nur noch 2 dicke Septen auftreten. Außerdem wird bei Arten, deren Kelche
 stets unterschiedlich lange Reihen bilden, auf die Angabe der Zyklen und
der absoluten Septenzahlen verzichtet, da es in diesen Fällen sehr schwierig ist
festzustellen, ob es sich um Septen eines oder mehrerer Zyklen handelt. Statt

Th. Ges. Naturkde. Württ. 147 (1992)
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.