E Jh. Ges. Naturkde. Württemberg L 147. Jahrgang | Stuttgart, 15. Dezember 1992 ]
Lettenkeuper-Stratigraphie im Hohenloher Land
von F. A, QUENSTEDT bis G. WAGNER (Trias, Baden-Württemberg)
Von HeELLMAR Weser, Schwäbisch Hall
Mit 4 Abbildungen und 11 Tabellen
Einführung
Nicht nur in der Paläontologie ist der Hohenloher Lettenkeuper bekannt,
nachdem aus Gaildorf in den Jahren 1832 und 1833 neben Knochenresten die
ersten Schädel des Panzerlurches Mastodonsaurus giganteus (heute aufbewahrt
im Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart) an die „Centralstelle des
Landwirtschaftlichen Vereins“ gelangten (E. FRAAs 1986). Später fand man Ceratoduszähne
und hervorragend erhaltene Pflanzenfossilien im Biberstal und
1977 wurde aus den Unteren Grauen Mergeln bei Kupferzell-Bauersbach ein
wahrer Schatz an Wirbeltierresten geborgen. Auch für den Stratigraphen
boten die Werksteinbrüche gute Aufschlußverhältnisse, wie QUENSTEDT 1880
bemerkte: „Im Lande gibt es keine Stelle, wo man diese interessante Formation
[den Lettenkeuper] bequemer und gründlicher studieren könnte, als hier, namentlich
längs der Biber bei Bibersfeld und Rieden, wo der Thalrand den tiefen
Steinbrüchen eine bequeme Zufahrt bot“ (QUENSTEDT 1880: 15).
Die ersten Gliederungen und Beschreibungen des Hohenloher Lettenkeupers
gelangen FRIEDRICH AUGUST VON ÄLBERTI (1826 und 1834), erste Profile
hielt JOHANN GOTTLOB Kurr in den Oberamtsbeschreibungen von Hall (1847)
und Gaildorf (1852) fest (WEBER 1992). Diese Arbeit wurde fortgeführt durch
OSsKAR FrAAs, CHRISTIAN REGELMANN und FRIEDRICH AUGUST QUENSTEDT, dessen
Erläuterungen zum Lettenkeuper in den Begleitworten zu Atlasblatt Hall
der Geognostischen Specialkarte einen frühen Höhepunkt der Lettenkeuper-Stratigraphie
markieren. Erstmals wurden von QUENSTEDT einzelne Bänke hervorgehoben
— Blaubank, Halbfußbank, Lingulabänke, Unionenbank — und
über größere Entfernungen richtig parallelisiert. Die Nummerierung der
Schichten (von unten nach oben), die QUENSTEDT durchführt, erleichtert den
Vergleich der Profile und das Parallelisieren der Schichten.
GEorG WaAGNners Dissertation aus dem Jahre 1911, gedruckt 1913, stellt — ein
Vierteljahrhundert später — einen weiteren Meilenstein der Lettenkeuper-Stratigraphie
dar. Mit lange Zeit unübertroffener Genauigkeit und Vollständigkeit
hat WAGNER — neben dem Oberen Hauptmuschelkalk — den untersten Lettenkeuper
in Hohenlohe und Franken stratigraphisch aufgenommen. Seine
Gliederung des untersten Lettenkeupers mußte seither nicht revidiert werden.
Ih. Ges. Naturkde, Württ. 147 (19971