L_ Jh. Ges. Naturkde. Württemberg | 147. Jahrgang 1 Stuttgart, 15. Dezember 1992
CIE
Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart 1991
1. Allgemeines
Das Staatliche Museum für Naturkunde Stuttgart beging im Jahre 1991 die
200-Jahr-Feier seines Bestehens als eigenständige Institution. Am 14. Mai fand
im Museum am Löwentor ein Festakt mit Ministerpräsident Teufel und Oberbürgermeister
Rommel statt. Anschließend folgten zwei „Festwochen“ mit
dicht gedrängter Programmfolge. Die Veranstaltungen fanden in der Öffentlichkeit
reges Interesse. Allein während der „Festwochen“ besuchten über
21000 Personen das Museum. Im gesamten Jahr 1991 betrug die Besucherzahl
221961; das waren fast 15% mehr als im Vorjahr. Der Anteil der Schüler in
Schulklassen lag bei 18%.
Aus Anlaß des Jubiläums empfing das Museum eine größere Anzahl von
Stiftungen für die Sammlung, die im einzelnen im Abschnitt „Sammlungszugänge“
aufgeführt sind. Von besonderer Bedeutung waren ein Leptopterygius
aus dem unteren Jura von Holzmaden, ein Pleurosaurus aus dem oberen Jura
von Solnhofen, Säugetierreste aus dem ältesten Tertiär der Champagne, ein
Robbenskelett aus dem Tertiär von Peru und zwei Saiga-Antilopen aus Kasachstan.
Das Land Baden-Württemberg trug durch den Erwerb von zwei Sauriern aus
dem Perm von Rußland und der Trias Brasiliens zum Ausbau der Sammlungen
bei.
Auch unabhängig vom Museumsjubiläum sind bedeutende Sammlungszugänge
zu verzeichnen, vor allem eine Coniden-Spezialsammlung, das Moosherbar
Koprz und ein Ichthyosaurier aus dem untersten Jura von Südengland.
Im Jahre 1991 fanden mehrere größere Forschungs- und Sammelreisen ins
Ausland und nach Übersee statt. Besonders erwähnenswert sind folgende
Reisen:
Dr. C. Könıc nach Argentinien (Untersuchungen an Eulen)
Dr. T. Osten nach Argentinien (Faunistik und Ethologie von Hymenopteren)
Dr. W. SCHAWALLER auf die Philippinen und in den Kaukasus (Untersuchung
der Käferfauna)
Dr. D. ScHıseE nach Borneo (Neufunde von Bernstein)
Dr. V. Wirt nach Südwestafrika (Forschungen an Flechten)
Der Umbau im Schloß Rosenstein ging während des gesamten Berichtsjahres
weiter, Zum 1. Dezember 1991 wurde die Mehrzahl der Ausstellungsräume
von der Bauverwaltung dem Museum übergeben. Der Aufbau der Vitrinen
und die Einrichtung der Ausstellung werden sehr zeitraubend sein. Die Eröffnung
des Südflügels ist für das Frühjahr 1993 vorgesehen.
Jh. Ges. Naturkde, Württ. 147 (1992)