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ELMAR BuCHNER und HARTMUT SEYFRIED
Insgesamt sind die Sedimentstrukturen der Ablagerungen des Glimmersand-Flusses
und die der Graupensande sehr gut vergleichbar. Den Unterschied
stellen hauptsächlich die Sortierung und die Korngröße dar. Die Sande
des Glimmersand-Flusses sind nach ihrem Transport von etwa 200 Kilometern
aus dem Alpenraum bis in die Gegend von Krumbach — wie zu
erwarten — distale Ablagerungen eines Zopfstromsystems im Übergang zum
mäandrierenden System und weisen damit Fein- bis Mittelsande auf. Die
Graupensande müßten bei dem Liefergebiet Bayerisch-Böhmische Masse
und einem Transportweg von etwa 150 Kilometern bis in die Ulmer Gegend
genau solche distalen, feinsandigen Ablagerungen sein. Daß in den Graupensanden
jedoch der Feinkies-Anteil sehr hoch und die Korngrößen-Verteilung
bimodal ist, spricht nicht gegen ihre fluviale Ablagerung, sondern für
den Eintrag von grobkörnigerem Sediment über seitliche Zuflüsse.
7. Schlußfolgerungen
1. Ein Basiskonglomerat in den Graupensanden enthält unter anderem
Reste mariner Fauna. Das gesamte Konglomerat, zumindest aber die enthaltenen
Fossilien, dürften aus den Kirchberger Schichten umgelagert sein.
Die fossile Fauna ist mit den Graupensanden faziell und zeitlich nicht korrelierbar.
. ;
2. Eindeutig autochthone Fossilfunde in den Grimmelfinger Schichten,
die einen marinen Einfluß in den Graupensanden zweifelsfrei belegen könnten,
sind bislang nicht vorhanden. Im Umkehrschluß spricht die Fossilarmut
in den Graupensanden eher für die fluviale Ablagerung dieser Sedimente.
3. Die Aufschlüsse von Riedern am Sand, Benken und Krauchenwies, die
bislang dem marinen Mündungsbereich der Graupensande zugeordnet wurden,
haben unserer Meinung nach nichts mit den Graupensanden der Grimmelfinger
Schichten zu tun. Die vom Korngrößenspektrum her ähnlichen
„Graupensande“ von Riedern am Sand sind nach unserer Auffassung Deltaablagerungen,
die überwiegend aus der Gegend des Schwarzwaldes geschüttet
wurden und wahrscheinlich noch zur ausgehenden Oberen Meeresmolasse
gehören. Auch die Küstensande von Krauchenwies rechnen wir zur
Oberen Meeresmolasse. Die Sande von Benken sind ästuarine Sande, die
vom Korngrößenspektrum und der Fazies her besser zu den Kirchberger
Schichten gerechnet werden sollten. Dies galt bislang nur für den oberen Abschnitt
der in Benken aufgeschlossenen Brackwassermolasse,
4. Die Grimmelfinger Schichten (Graupensande) zeigen die typischen Sedimentstrukturen
eines verzopften Flußsystems mit planar schräggeschichteten
Barrensanden, trogförmig schräggeschichteten Füllungen von Fließkanälen,
Strömungsmarken, tonig verfüllten Altarmen und in den oberen
Abschnitten langgezogenen, flach einfallenden Vorsätzen, welche wahrscheinlich
einen stellenweisen Übergang zu einem mäandrierenden Flußsystem
anzeigen. In den uns bislang zugänglichen Aufschlüssen sehen wir keinen
überzeugenden Grund für einen ästuarinen Einfluß in den Grimmelfinger
Schichten.
Ih. Ges. Naturkde. Württ. 155 (1999)