Volltext : Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg (Bd. 155, 1999)

| Jh. Ges. Naturkde. Württemberg | 155. Jahrgang | Stuttgart, 15. Dezember 1999

„... daß Sie die Sache der Akademie der Naturforscher
als eine gemeinsame Angelegenheit betrachten ...“
Aus dem Briefwechsel zwischen CARL FRIEDRICH VON KIELMEYER
(1765-1844) und CHRISTIAN GOTTFRIED NEES VON ESENBECK
(1776-1858), XI. Präsident der Leopoldina

Von KaAı Torsten Kanz, Halle (Saale)

mit 2 Abbildungen

Zusammenfassung

Der Aufsatz diskutiert die Beziehung des Stuttgarter Naturforschers CARL FRIED-RICH
 VON KIELMEYER zur Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und
insbesondere zu ihrem XI. Präsidenten, dem Botaniker CHRISTIAN GOTTFRIED NEES
VON ESENBECK in Bonn bzw. Breslau. Sieben Briefe, die KIELMEYER mit dem Präsidium
 der Leopoldina in den Jahren 1819-1842 wechselte, werden erstmals in einer
kommentierten Edition zugänglich gemacht, auf weitere (verschollene) Schreiben
wird hingewiesen.

Einleitung

Nachdem der württembergische Staatsrat und vormalige Professor an der
Stuttgarter Hohen Karlsschule und Universität Tübingen, CARL FRIEDRICH
VON KIELMEYER, am 24. 9. 1844 in Stuttgart verstorben war, verblaßte bald
die Erinnerung an diesen vielseitigen Naturgelehrten, dem die Wissenschaft
wesentliche Anregung und Förderung in den Fächern Botanik, Zoologie,
vergleichende Anatomie, Paläontologie und Chemie verdankt. Abgesehen
von der Denkrede, die ein jüngerer Kollege und Briefpartner aus den letzten
Lebensjahrzehnten, der Münchner Botaniker KARL FRIEDRICH PHILIPP VON
MARTIUS (1794-1868), in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
auf KıELMEYER gehalten hat und in der er ihn als „Musterbild eines deutschen
 Hochfschul]lehrers“ bezeichnet hatte (MArTIius 1845: 855), erschien
nur ein einziger Nekrolog. Diese biographische Darstellung aus der Feder
seines Schülers GEORG FRIEDRICH JÄGER (1785-1866) ist bis zum heutigen
Tag die umfangreichste und zugleich verläßlichste Quelle zur Lebensgeschichte
 KIELMEYERS, JÄGER war vom Präsidium der Leopoldina, der Kaiserlichen
 Leopoldinisch-Carolinischen Deutschen Akademie der Naturforscher,
beauftragt worden, der Witwe die Anteilnahme der Akademie auszusprechen,
 und zugleich wurde ihm aufgetragen, KIELMEYERS „Leben und Wirken
ein Andenken in ihren Acten zu stiften“ (JÄGER 1845: XIX). Im Jahre 1845
erschien dieser warmherzige Nachruf in den „Nova Acta“ der Leopoldina.

Jh. Ges. Naturkde. Württ. 155 (1999
            
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