Bemerkenswerte Pflanzengesellschaften am nördlichen Schönbuchrand 67
Zur botanischen Erforschung von Myosurus minimus L.
Im „Pinax Theatri Botanici“ des CASPAR BAUHIN (1623: 190), dem Nachschlagewerk
für die botanischen Werke der Renaissance und des Frühbarock,
wird Myosurus minimus L. unter dem Sammelbegriff „Holosteum“
und genauer unter IX. „Holosteo affinis, cauda muris“ geführt. Neben vielen
Kräuterbuchautoren wird auch Bock („Trag.“) zitiert, der die Pflanze
unter Coronopus sylvestris führen soll. Dieser Auffassung schloß sich auch
SPRENGEL (1807: 319) an und präzisierte das Zitat (Bock ?: 211). Die gleiche
Meinung vertritt DIERBACH (1825: 97) und verweist auf die von SEBIZz u.
AGER bearbeitete Auflage von Bock (1595: 39) mit der deutschen Bezeichnung
„Wild Rappenfüsslein“. Der Name „Rappenfuss“ findet sich bei Bock
bereits in der unbebilderten Erstauflage seines „New Kreutter Buch“ (1539:
23 verso). In der ersten bebilderten Ausgabe (Bock 1546: 37, verso) findet
sich dann auch eine zugehörige Abbildung, die aber eine andere Art, nämlich
Plantago coronopus L. darstellt. Auch in der lateinischen Ausgabe
‘Bock 1552: 99) findet sich die gleiche Abbildung unter der lateinischen Be-MvddoUpOp.
Latinis ‚Cauda
murina,
Brabantis,‘
Mupfe fteert
Rene.
Recentiorum
inuentum.
78
Ta
-
4 VRUN,
(
SE
wur
wi vv
A
Abb. 1: Früheste Abbildung von Myosurus minimus L. aus DopDoens (1553: 116).
Ih. Ges. Naturkde. Württ. 155 (1999)