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II. Nachrufe
Ernst Köpf
Geologe und Schulmann
Am 29. Januar 1961 erlag Oberstudiendirektor Dr. ERnstT KörrF in einem
Stuttgarter Krankenhaus einem schweren Leiden, wenige Monate vor seinem
60. Geburtstag. Sein Tod bedeutet einen schweren Verlust, vor allem
für die naturwissenschaftlich interessierten Kreise Württembergs.
Ernst Körr wurde am 14. Mai 1901 in Tübingen geboren. Er besuchte
die Oberrealschule seiner Vaterstadt und legte dort 1919 die Reifeprüfung
ab. Anschließend studierte er in Tübingen Naturwissenschaften mit den
Fächern Chemie, Zoologie und Botanik, Geologie und Geographie. Er erhielt
dadurch einen umfassenden Überblick über das gesamte Gebiet der
Naturwissenschaften. Die überaus anregende, immer wieder bis zum Philosophischen
vorstoßende Art von Professor Dr. Hennic zog ihn mehr und
mehr zur Geologie. Bei Professor HEnnıc, dem Ernst Körr seine solide
geologische Grundausbildung verdankte, promovierte er auch 1923 über die
Geologie des Spitzbergs bei Tübingen. Aber der begeisterte Geologe ist
doch sein Leben lang nie einseitig geworden, sondern Naturwissenschaftler
im weiten Sinn geblieben mit großem Interesse auch für die anderen Disziplinen
und mit reichen Kenntnissen besonders in der Biologie der Heimat;
vor allem der Vogelwelt galt seine Liebe.
Schon als Student lernte er Dr. GeorcG WAcNnER kennen, mit dem ihn
bald eine enge Freundschaft verband. GEorG WAGNER beeinflußte seine
ganze Arbeitsrichtung auf das Nachhaltigste; unter seinem Einfluß wandte
sich ERNST Körr vorwiegend der Geomorphologie zu. Wie WAGNER hat
auch Körrf seine engere und weitere Heimat, vor allem Südwestdeutschland,
immer wieder durchwandert und so alle Teile selbst kennen gelernt.
Nach Abschluß seines Studiums ging Ernst Körr, wie beabsichtigt, ins
Lehramt und wirkte zunächst von 1925 bis 1928 an den Landerziehungsheimen
Buchenau und an der „Schule am Meer“ auf Juist. Die freiere Erziehungsarbeit
an diesen Heimen, das Zusammenleben mit der Jugend
lagen ihm besonders, war er doch aus der Deutschen Jugendbewegung hervorgegangen,
deren Gedanken und Bestrebungen er freudig aufgenommen
und zu verwirklichen versucht hatte. Diese ersten Jahre pädagogischer
Arbeit und pädagogischer Erfahrung wirkten sich auch späterhin im Schulleben
bei ihm stark aus.
Nach seinem Übertritt in den Staatsdienst 1928 kam er zunächst nach
Ehingen. Schon 1930 wurde er zum Studienrat am Lehrerseminar in Nür-