Volltext: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 121, 1966)

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WALTER CARLE 
in wechselnden Oxydationsstufen, Mangan als Oxid in Krusten aus. Vielleicht 
stiegen auch mineralisierte Wässer von unten auf, da möglicherweise mehr 
Eisen ausgeschieden wurde, als durch die aufgelöste Schicht in Freiheit ge- 
setzt werden konnte. Vielleicht kann auch das Mangan aus der Tiefe her- 
geleitet werden. 
Sollte dieser Deutungsversuch zu Recht bestehen, so böte diese so auffällig 
zersetzte Schicht ein Zeugnis für Mineralwässer in erdgeschichtlicher Ver- 
gangenheit am Platz des heutigen Bades Mergentheim. Sie waren wohl an- 
ders zusammengesetzt als die heutigen Wässer, die einem riesigen Vorrat an 
chlorid- und sulfathaltigen Porenwässern des Buntsandsteins entstammen. 
Damals flossen wohl Hydrogenkarbonat-Säuerlinge. Doch konnten diese 
Wässer auch salinar gewesen sein; schwach salzige Wässer aus dem damals 
noch weniger versehrten Muschelkalk-Salinar hätten in den Untergrund ein- 
sickern können. 
Als die Bank zersetzt wurde, muß die Tauber mindestens 50 m höher als 
heute geflossen sein, also ist die Gesteinszerstörung spätestens in eine alt- 
pleistozäne Wärmezeit zu setzen; in Kaltzeiten ist wegen Bodengefrörnis 
keine Grundwasser-Anreicherung und daher auch kein Grundwasser-Fließen 
denkbar. Da der gesamten Bruchtektonik aus morphologischen Gründen vor- 
quartäres Alter zugesprochen werden muß, dürfte die Zersetzung wohl ins 
Jungtertiär gestellt werden. Zu dieser Zeit erlebte Süddeutschland einen 
Höhepunkt seines Oberflächenvulkanismus; so alt dürften wohl auch die 
peripheren Tiefenherde württembergisch Frankens sein, von deren Existenz 
nur eine langfristige Kohlendioxid-Entgasung zeugt.
	        
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