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Vom Rotmilan (Milvus milvus) auf der Schwäbischen Alb
Von DIiETER ROCKENBAUCH, Geislingen/Steige
Im Rahmen von Greifvogel-Bestandsaufnahmen und -Untersuchungen
widmete ich mich ab 1957 in zunehmendem Maße dem Rotmilanbestand
der mittleren Schwäbischen Alb. mit Vorland. Zwar gibt es schon verhältnismäßig
viel Literatur über diese interessante Art, aber die Angaben betreffen
fast durchweg Nord- und Mitteldeutschland, wo der Rotmilan, im Gegensatz
zu dem von mir untersuchten Raum, weitgehend Bewohner des wasserreichen
Flachlandes ist. Die in nunmehr 10 Jahren in einem repräsentativen
Ausschnitt dieser Mittelgebirgslandschaft erzielten Ergebnisse dürften somit
nicht nur von lokalem Interesse sein, sondern auch wertvolle Vergleiche
ermöglichen. Allerdings bin ich mir im klaren darüber, daß wegen des in
einigen Punkten zu geringen Materials manche Probleme nur angedeutet
bzw. nicht völlig geklärt werden konnten.
Mir ging es hauptsächlich um die genaue Verbreitung, Bestandsentwicklung,
Horststand, Jungenzahl und, vorerst noch zweitrangig, Brutgewohnheiten,
Ernährung und sonstige Ergebnisse aus anderen Teilgebieten. Gro-Ben
Wert legte ich auch auf die Verbreitung des Schutzgedankens durch
Öffentlichkeitsarbeit sowie auf praktische Schutzmaßnahmen wie Horstbewachung
(in Zusammenhang mit in der Nähe liegendem Wanderfalken-Brutplatz)
und Entastung ursprünglich zu leicht besteigbarer Horstbäume.
Als Grundlage für weitere Untersuchungen wurden fast alle Jungen beringt.
Den größten Teil des dargelegten Stoffes sammelte ich selbst, doch wurden
mir einige Horste, insbesondere im Raum Laichingen und Böhmenkirch, zunächst
von anderen Beobachtern gemeldet. Ich möchte auch an dieser Stelle
allen denen danken (besonders den Herren W. MAnGOLD, F. MÖSSMER,
W. STAUBER und K, UFRECHT), die durch ihre Hilfe, Hinweise und Beobachtungen
meine Arbeit unterstützt haben. Besonders danken möchte ich auch
den Herren Dr. R. Kuyg und Professor Dr. E. ScHüz für die Durchsicht dieser
Arbeit.
1. Das Untersuchungsgebiet
Während in den ersten Jahren nur die. Umgebung von Geislingen a. d. Steige
erfaßt wurde, konnte ich das Areal nach und nach auf etwa 1100 km? ausdehnen.
Es handelt sich um den Raum. Göppingen-Geislingen-Laichingen im Bereich der
Karte Abb. 1. Innerhalb dieses Raumes liegen nahezu der ganze Kreis Göppingen
sowie große Teile der Kreise Ulm und Münsingen. Berührt werden ferner noch die
Kreise Schwäbisch Gmünd, Heidenheim und Nürtingen. Von der Fläche entfallen
etwa auf
Hügelige Albhochfläche und Hochtäler
Steilhänge und Vorberge
Hügeliges Vorland
Tallagen:
(540-874 m ü, NN) 60 %
(400-800 m ü. NN) 17 %o
(800-500 m ü. NN) 15%
(280-600 m. ü. NN) 8%