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DIETER ROCKENBAUCH
milan ohne Rücksicht auf Höhenlage, Neigungswinkel, Himmelsrichtung der
Hanglage und auch ohne Rücksicht darauf, ob Gewässer erreichbar sind, alte
Laubwaldungen mit hohen Horstbäumen in möglichst dünn bevölkerten
Gegenden stark bevorzugt. Nur auf große Brutplatztreue über viele Jahre
dürfte es zurückzuführen sein, wenn gelegentlich nach Fällen oder Freischlagen
der Horstbäume auch Horste auf schwachen, niederen Bäumen und in
Feldgehölzen in der Nähe früherer Horststände gebaut werden. Soweit die
Bruten nicht gestört oder die Brutplätze nicht stark verändert werden, brütet
der Rotmilan gern über mehrere Jahre im gleichen Horst.
5. Brutergebnis
In den 11 Jahren 1956 bis 1966 (größtenteils ab 1960) wurden mir 80 Bruten
bekannt. Davon konnte ich 71 selbst untersuchen; die Daten der übrigen
9 stammen von anderen Beobachtern, Von den 80 Bruten waren 67 (83,75%)
erfolgreich, 13 Bruten (16,25 %/o) fielen aus. Da alle 5 verlorenen Bruten, bei
denen das Versagen mit Sicherheit auf schlechte Witterung zurückzuführen
ist (siehe Abschnitt 7.), auf das Extremjahr 1965 entfallen, wird zur Errechnung
von Normalwerten dieses Jahr ausgeklammert. Es ergeben sich dann
70 Bruten, von. denen 62 (88,5%) erfolgreich waren und 8 (11,5%) ausfielen.
Bestiegen wurden (größtenteils von mir selbst) 70 belegte Horste, von
denen 65 erfolgreich, 5 ohne flügge Junge waren. Die 8 weiteren erfolglosen
Horste, sowie 2 erfolgreiche Horste, die mir zu spät bekannt wurden, wurden
nicht bestiegen.
Um Störungen zu vermeiden, wurden Gelege nur in wenigen Fällen untersucht.
Ich kann daher anhand der vorgefundenen Eier keinen genügend gesicherten
Durchschnittswert angeben. Doch bin ich aufgrund meiner Erfahrungen
(wie andere Beobachter, vgl. K. KLEINSTÄUBER 1954) der Meinung,
daß man die Gelegestärke nach der Jungenzahl zuzüglich der „tauben“ Eier
nachträglich ziemlich genau ermitteln kann. Man muß dann allerdings die
je nach Zeitpunkt der Horstkontrollen unterschiedlich hohe Zahl der vorher
vermutlich eingegangenen und verschwundenen Jungvögel mitberücksichtizen.
Es ergeben sich so bei 68 Bruten mit 149 vorgefundenen Jungen, 5
‚tauben“ Eiern, 1 verschwundenem Ei (oder sehr kleinem Jungvogel) und
weiteren 4 vermutlich (vor der Kontrolle) verschwundenen Jungen 159:
68 = 2,34 Eier je gefundenes Gelege. K. KLEINSTÄUBER (1954) ermittelte in
Nordost-Deutschland 1lmal 2 und 1lmal 3 Junge, sowie 2 unbefruchtete
Eier, also 2,59 Eier je Gelege. Er klammerte allerdings 5 Bruten mit nur je
1 Jungvogel aus und verzichtete auf den Faktor „vermutlich verschwundene
Junge“. Hätte er dies nicht getan und ebenfalls alle Bruten berücksichtigt,
so wäre er auf 2,4 Eier je Gelege gekommen, also auf nahezu den gleichen
Wert wie ich auf der Schwäbischen Alb.
Die vorgefundenen 149 Jungen in 68 Bruten verteilen sich wie folgt: 13-mal
1 Junges, 30mal 2 Junge, 24mal 3 Junge und 1mal 4 Junge. Das sind je
Horst 2,19 „vorgefundene Junge“, Da die Kontrollen zum Teil verhältnismäßig
spät durchgeführt wurden, dürfte unter Berücksichtigung meiner