EINE. Mleinere Mittheilungen.
Ueber den Fang des Kilch (Coregonus acronius.)
Von Rapp.
Prof. Dr. v. Siebold in München überschickte mir einen Vortrag über
den Fang des Kilch, welchen er im Fischerclub in München im November
1857 gehalten hat.
Da dieser Bodenseefisch von unserem allverehrten ersten Vorstande,
Prof, Dr, v. Rapp im X, Jahrg. unserer Jahresh, (1854 pag. 158) genau beschrieben
und vortrefflich abgebildet ist, so wird es von Interesse sein, auch
etwas Näheres über den Fang und die Lebensweise desselben zu erfahren,
wesshalb ich hier das Wesentliche aus diesem Vortrag mittheile.
Prof, v. Siebold hebt in seinem Vortrag hervor, dass seine Neugierde,
diesen Fisch im lebenden Zustande kennen zu lernen, hauptsächlich dadurch
gereizt worden sei, weil er als ein Fisch mit grossem, hangendem
Bauch, daher auch der Name Kropffelchen, schon von ältern Forscher
beschrieben worden‘ sei und diese Eigenthümlichkeit’ doch nicht bei den
andern im Bodensee lebenden verwandten Renkenarten, dem Blaufelchen
(Coregonus Wartmanni), in München „Renke‘“ genannt, und dem Sandfelchen
(Coregonus Fera), am Starenberger See „Bodenrenke“ genannt, bekannt sei,
Prof. v, Siebold bemerkte, dass dieser letztere Name, wahrscheinlich auf die
verschiedene Fortpflanzungsweise deute, durch welche sich Coregonus Fera
und C. Wartmanni unterscheidet.
„Die letztere, die gemeine Renke erhebt sich nämlich zur Laichzeit aus
der Tiefe der See’n an die Oberfläche derselben und lässt‘ihren Laich in die
Tiefe des blauen Wassers hinabfallen, während die Bodenrenke flache Stellen
aufsucht, um hier ‚dicht am Boden ihren Laich abzusetzen. In ähnlicHer
Weise mögen sich die beiden Namen „Blaufelchen‘ und „Sandfelchen‘“ auf
jene verschiedene Art zu laichen beziehen.“
Prof. v. Siebold erwähnt ferner, dass er, als er die Ufer des Bodensees
in diesem Sommer besucht habe, um die kropfilge Renke aufzusuchen, in