Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 1-2, 1845-1846)

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wirken ; allein die bisherigen Versuche misslangen in kurzer Zeit, 
sey es, dass die Aufgabe für die vorhandenen Kräfte allzu gross 
bemessen, oder dass die Zeit für das Gedeihen des Unterneh- 
mens allzu ungünstig, oder der Sinn für diesen Bereich der Wis- 
senschaft noch nicht allgemein genug rege war. 
Wenn nun aber die überraschenden Entdeckungen der letzten 
Jahrzehende in allen Gebieten der Wissenschaft und die nicht 
minder überraschenden Anwendungen, welche die wissenschaft- 
lichen Errungenschaften auf das Leben fanden, das Interesse für 
Theorie und Praxis der Naturwissenschaften mehr und mehr in 
allen Kreisen der Gesellschaft rege machten, wenn der grosse 
Verein der Naturforscher und Aerzte Deutschlands nach und nach 
in bald 25jährigem Bestehen‘ nicht nur dieses Interesse überall- 
hin nachhaltig verbreitete, wohin er seine jährlichen Zusammen- 
künfte verlegte, sondern auch das Signal zu gleichen Wander- 
vereinen in Deutschland selbst und in den Nachbarländern zu 
Verfolgung vielfacher anderer Zweige der Wissenschaften und 
ihrer Anwendungen gab; wenn auch in‘ Württemberg der hohe 
Werth der Naturwissenschaften für die materiellen Interessen der 
jetzigen Zeit durch Gründung und Vermehrung von Lehranstal- 
ten, in welchen die Naturwissenschaften das Fundament des 
Unterrichtes bilden , anerkannt ist, wenn man heutzutage Lehrer 
und Schüler mit Fanggarn und Weingeistflasche, mit der botani- 
schen Kapsel und dem geognostischen Hammer Berg und Thal 
durchziehen sieht: so schien der Moment gekommen, wo ein 
neuer Versuch, die im- Vaterlande zerstreuten Kräfte zu vereinigtem 
Wirken zu . sammeln, unter günstigeren Anzeichen begonnen 
werden konnte. 
Der Versuch begann sehr im Kleinen und in der beschei- 
densten Weise. Der glückliche, und, wenn in solchen Dingen 
von Zufall zu reden am Platze wäre, so könnte man sagen, der 
zufällige Anlass dazu musste aber von aussen, er mussle aus 
grosser Ferne kommen. Die Anwesenheit eines aller Ehre wer- 
ihen Landsmannes , des Barons v. Ludwig, welcher den ange- 
stammten Patriotismus des Würltembergers in grossarligem‘ Masstab 
bethätigie, indem er von der Südspitze von Afrika her die öffent- 
lichen Naturalien-Sammlungen Stuttgarts und Tübingens in einer
	        

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