Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 1-2, 1845-1846)

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Weise bereicherte, welche von Sr. Maj. dem Könige‘ einer 
glänzenden Anerkennung gewürdigt wurde, vereinigte vor einigen 
Jahren die Freunde und Liebhaber der Wissenschaft in Stuttgart, 
um ihm auch ihrerseits in heiterem Abschiedsmahl ihren Dank 
darzulegen. Der Geist, der die Zungen löst und die Herzen 
öffnet, kam über die Versammelten. Man fand, dass man zu- 
sammenpasse , dass diese Vereinigung des Fortsetzens werth sey, 
und man setzte seitdem die Zusammenkünfte an bestimmten 
Tagen ebenso ungezwungen und stets an gedeckter Tafel, wie die 
erste, wenn auch in frugalerer Weise. fort. Des wichtigen und 
bemerkenswerthen wurde Manches vorgebracht, vorgezeigt, be- 
sprochen ; allein die Entomologie, die Conchyliologie, die Botanik, 
zwar sehr würdig und gründlich, aber minder zahlreich in dem 
kleinen Kreise vertreten, wollten sich zu Zeiten über der Masse 
dessen, was der Geognost und der Petrefactolog‘ vorzubringen 
hatte, verkürzt sehen und die durch manche Ungunst des Him- 
mels in ihren Prognosen oft hart bedrängte und zur nichts gel- 
tenden Prophetin herabgewürdigte Meteorologie fand sich ver- 
einzelt und ohne Stütze. Das Bedürfniss nach Verstärkung der 
Zahl für die verschiedenen Zweige der Wissenschaft wurde immer 
dringender gefühlt und mit diesem die Nolhwendigkeit einer Re- 
gel, einer Organisation für einen grösseren Verein. Dazu kommt 
die in dem Anwachsen des Materials in allen Zweigen der Natur- 
kunde beginnende Nothwendigkeit gegenseitiger Belehrung, durch 
welche das, was der Einzelne erringt, zum Gemeingut Aller auf 
kürzerem Wege und auf leichtere Art, als durch die dem Gang 
der Wissenschaft nicht nur Schritt haltende, nein, dieselbe weit 
überflügelnde Literatur, werden kann. 
Wenn indessen andere Vereine sich eine umfassendere Auf- 
gabe gesteckt hatten, zu deren Lösung die Gunst der Oerilich- 
keit, der materiellen Mittel, der ausgebreiteteren Verbindungen 
über die Länder und Meere der Erde sich in höherem Grade 
darbot, so schien es für unsere Bestrebungen in einem verhält- 
nissmässig kleinen Binnenlande gerathen, die vorhandenen Kräfte 
vorerst und zunächst auf ein beschränkteres Terrain, das des 
Vaterlandes, zu concentriren, ein Terrain, das schon durch die 
hatürlichen Grenzen der Flussgebiete des Neckars, der oberen 
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