Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 1-2, 1845-1846)

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leichte Bewegungen und eignet sich zum Reitdienste und zum 
leichten Fuhrwerke. (Fig. 12.) 
9) Die siebenbürgische Pferderace ist etwas grösser, 
aber‘ gleichfalls gewandt und dauerhaft, sie hat einen langen, fein 
geformten Kopf, etwas mehr gebogenen Hals, stärkern Leib und 
kraftvolle Füsse, sie zeigt sehr leichte und dabei doch dauerhafte 
Bewegungen und ist vorzugsweise zum Reildienste geeignet. 
10) Die polnische Pferderace ist nur mittlerer Grösse, 
hat einen langen, etwas gebogenen Kopf, verkehrten oder Hirsch- 
hals, lang gestreckten Leib und niedrige, sehr kräftige Füsse, 
sie zeigt grosse Kraft, Gewandtheit und Ausdauer in den Bewe- 
gungen, ist aber immer misstrauisch und widersetzlich im Dienste, 
eignet sich jedoch vorzüglich‘ zum Reitdienste und wurde früher 
häufig zum Dienste der leichten Reiterei in den deutschen Armeen 
eingeführt. In den Gestüten reicher Privaten werden jedoch auch 
grössere und mitunter sehr edle Pferde gezüchtet, (Fig. 13.) 
11) Die russischen Pferderäcen sind nach den Pro- 
vinzen des so sehr ausgedehnten russischen Kaiserreichs sehr ver- 
schieden, im allgemeinen sind sie mittelgross, haben einen langen, 
gebogenen Kopf, langen, meist etwas verkehrten Hals, hohen, 
schärfen Wiederrist, langen, gestreckten Leib, spitzige Kruppe 
und magere aber kraftvolle Füsse, sie zeigen sehr gewandte und 
dauernde Bewegungen und eignen sich zum Reitdienste und leich- 
ten Fuhrwerke. Man unterscheidet sie sowohl nach ihren Race- 
verschiedenheiten, als auch nach den Provinzen und führt, als die 
bemerkenswerlhesten, die Krimm’schen, die Don’schen, die 
Ural’schen, die Ukrain’schen, die Kallmück’schen , die Lit- 
thau’schen, die Lieffländischen u. a., auf. (Fig. 14.) 
12) Die nordischen Pferderscen sind klein, unansehn- 
lich, dabei jedoch lebhaft, munter und ausnehmend kraftvoll, sie 
haben kurze, etwas dicke Köpfe, dicke, starke Hälse, gedrungene 
Körper und niedrige aber sehr kräftige Füsse, zeigen sehr ge- 
wandte und dauernde Bewegungen und taugen zum Tragen Yver- 
hältnissmässig' schwerer Lasten und zum leichtern Wagendienste. 
Zu ihnen gehören besonders die norwegischen, die schwedischen, 
die issländischen und die lappländischen Pferde, 
13) Die italienischen PferderaGen sind zwar nach 
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