— 145 --uns
nach dem :Bisherigen darstellt, dürfte es vielleicht weniger
unerwartet erscheinen, wenn er bei der klaren Anschauung der
Kräfte der Natur diesen einen höhern, unabhängigen Werth beilegte,
und in ihrer Verbindung mehr die für sich bestehende
Urkraft, nicht aber die Persönlichkeit des Schöpfers erkannt
hatte. Wirklich finden sich auch in seinen Vorträgen und in
einzelnen zum Theil schriftlich hinterlassenen Aeusserungen Belege
für eine Entwicklung seiner Psyche auch in dieser Beziehung.
Sie gibt, zusammengehalten mit einer entsprechenden Entwicklung
anderer ausgezeichneter Männer, das erfreuliche Resultat an die
Hand: dass gerade auch solche, mit ungewöhnlicher geisliger
Kraft ausgezeichnete Männer von der Höhe, welche sie gleichsam
unabhängig erreicht haben und nach dem Vollgenusse der freieren
Aussicht über die Erscheinungen der Natur und der tieferen Einsicht
in ihre Werkstätte, zu der christlichen Demuth zurückkehren,
die in der Unterordnung unter den Schöpfer der Natur in Beziehung
auf die sich in dieser offenbarenden Weisheit, und für
die Begründung und Erhaltung des moralischen Werths des Menschen
selbst, sowie in Absicht auf seine Hoffnungen jenseits ihre
Befriedigung und Ruhe findet, der XK., wir hoffen es, jetzt in
seiner Verklärung geniesen wird.
WERE. Professor Dr. von Rapp erfreute die Versammlung
mit einem sehr anziehenden Vortrag über die nicht mehr
lebenden Naturforscher Württembergs und ihre Verdienste um die
Wissenschaft , welchen er jedoch nicht für den Abdruck bestimmte.
EX. Prof. Quenstedt: hielt einen freien Vortrag über
die Wahrscheinlichkeit, in Württemberg Steinkohlen zu entdecken,
welcher grosses Interesse erweckte. Er hatte die Güte, Folgendes
nachträglich schriftlich mitzulheilen.
Ueber die Hoffnung auf Kohlen in Württemberg.
Sieht man von kleinern Versuchen in der Lettenkohle ab, so
sind bei uns hauptsächlich auf zwei Punkten grössere NachforsSchungen
angestellt.
I. Zu Neufen, wo das Bohrloch in der Mitte des braunen
Württb. naturw. Jahreshefte, 1845, 5
IC