Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 1-2, 1845-1846)

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So habe er der Festungsbau- Commission in Ulm in der Regel 
voraus bestimmen können, welche Kalksteine den Atmosphärilien 
trotzen und welche keine Anwendung für Bauten finden dürfen. 
Die Plattenkalke, welche 3% bis 4% % Thon in ihrer Mischung 
enthalten, können im Freien verwendet werden, ohne dass sie 
leiden, von 5 bis 12 % Thongehalt können sie nur zu Riegel- 
mauern, oder überhaupt nur ins Innere, für Wasserbauten aber 
nur da, wo sie immer unter Wasser bleiben, verwendet werden; 
über 12% Thongehalte macht die Anwendung schon höchst zwei- 
felhaft, mit 15% Thon zerfallen sie bald, besonders bei wech- 
selnder Temperatur und verwiltern zu Mergelerde , was bei denen 
von 25—30 % Thongehalt schon in wenigen Tagen geschieht. 
Der erste Vorstand bemerkt hierauf im Auftrage des abwe- 
senden Prof. Dr. Fe hling, dass er schon seit einiger Zeit Analysen 
von Gebirgsarten durch seine Schüler in dem Laboratorium der 
K. polytechnischen Schule machen lasse und dass er diese Un- 
tersuchungen auch in Zukunft fortsetzen lassen wolle. 
XMNEN. Prof. Dr. Zenneck von Stuttgart erhob die Frage ; 
ob die Gase jetzt nicht auch, wie die Mineralien, Pflanzen 
und Thiere, als Gegenstände eines besondern Fachs 
der Naturgeschichte behandelt werden sollten und 
widerlegte zuerst die von ihrem Mangel an unmittelbarer Wahr- 
nehmbarkeit, ihrer Veränderlichkeit und häufigen organischen Ab- 
stammung gegen ihren naturhistorischen Charakter hergenommenen 
Einwürfe durch Berufung auf die mancherlei naturhistorischen 
Hülfsinstrumente, auf die vielen Mineral-, Pflanzen- und Thier- 
yarietäten und auf die organischen Versteinerungen der Mineralogie, 
machte zweitens auf die Wichtigkeit der Gase in physikalisch-che- 
mischer, geognostischer, physiologischer , meteorologischer , kos- 
mischer, technischer und medicinischer Hinsicht, so wie auf die 
bereits bekannte, nicht unbedeutende Anzahl von Gasen, die sich 
in physikalisch-chemischen Schriften nur sehr zerstreut finden, 
aufmerksam, so dass es wohl der Mühe werth wäre, sie zu einem 
systematisch geordneten Ganzen zu sammeln und ein besonderes 
Fach der Naturgeschichte aus ihnen zu bilden, drittens er- 
wähnte er die verschiedenen Grundsätze, nach denen man bisher
	        

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