Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 1-2, 1845-1846)

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Dr. 6. Leube erinnert bei dieser Veranlassung an die schon 
seit 6 Jahren zu Ulm bestehende Fabrik hydraulischen Kalks, 
Welcher grossen Absatz nach Oestreich geniesse und ausserhalb 
Württemberg bekannter, als in Württemberg zu sein scheine. Er 
erhärtet schon nach 10 Minuten und ist ebenso zu Wasserbaulen 
wie zu Hochbauten anwendbar, was Plieninger auf den Grund 
früher damit angestelller Versuche bestätigt. Letzterer fügt noch 
bei, dass die Vorzüge des englischen wie des Hamburger und 
Westphälischen Cements vornehmlich auf dem vorgängigen Aus- 
glühen des reinen Quarzsandes zu beruhen scheinen, weil der 
Sand hierdurch aufgeschlossen und zur Bildung eines Silicats mit 
den Bestandtheilen des Cementsteins geeigneter wird. 
Ferner zeigte Professor Dr. Plieninger ein Exemplar 
der in den „Beiträgen zur Palaeontologie Württembergs“ S. 
90 von ihm bereits erwähnten Reliefs im feinkörnigen Keuper- 
sandstein bei Stuttgart vor. Diese Reliefs bestehen in 1 Zoll 
langen, *% bis 1 Linie dicken Sandsteincylindern, welche ‚auf 
der untern Fläche plattenförmiger Sandsteinschichten in die 
unterlagernde weiche Mergelschichte bald senkrecht, bald schief 
hineinragen, dichtgedrängt stehen, in die Sandsteinplatten ho- 
mogen verlaufen, dagegen an dem entgegengesetzten Ende stets 
köcherförmig abgerundet sind , nesterweise vorkommen, indem sie 
1 bis 2‘ ins Gevierte haltende Strecken der Sandsteinfläche be- 
decken und nach Abtrennung des Mergels cylinderförmige Stummeln 
zurücklassen, welche mehr oder weniger über die Oberfläche des 
Steins hervorragen, nachdem der übrige Verlauf der Cylinder mit 
dem Mergel abgeschlagen ist. Im Hinblick auf die a. o. O. 
geäusserte die Bildung dieser Cylinder noch am wahrscheinlichsten 
erklärende Hypothese, dass sie nämlich die mit feinkörnigem 
Sande ausgefüllte Röhren von Schlammbewohnern sein mögen, 
Welche ähnlich mit Nais tubifex zusammen wohnten, schlägt der- 
selbe vorerst die Bezeichnung dieser Formen mit Tubifex anli- 
quus vor. (S. d. Abb. Taf. I, Fig. 5.) 
MWIE. Apotheker Lechler von Stultgart theilte der Ver- 
sammlung mit, dass die Flora von Württemberg durch 5, während
	        

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