Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 1-2, 1845-1846)

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sucht. Es zeigten sich nämlich in dem vertikalen Abschnitt eine 
Menge cylindrische, horizontal liegende, in eine Ellipse übergehende 
Höhlungen; diese hatten Durchmesser von einigen Zollen bis zu 
3 Fuss. Von innen waren sie an ihren Wandung@n mit einem 
sehr dunkeln Eisenkalk gefärbt und bei 40’ Länge konnte ich ihr 
Ende noch nicht erreichen, ihr Durchmesser hatte aber bis 
auf diese Länge ganz unmerklich abgenommen; sie waren 
Schnurgerade , ohne alle Spuren eines Astes oder Knotens, son- 
dern der Länge nach gerade so gestreift, wie der Stamm einer 
Musa. Schon diesem nach und weil sie weder Ringe noch Kno- 
ten u. s. w. haben und’ beinahe gleich dick sind , können es keine 
Palmen gewesen sein, wie früher schon behauptet worden, eben 
so wenig Laub- oder Nadelbäume, weil ihnen die Aeste fehlen 
und weil sie gleich dick und der Länge nach gestreift sind. Bei 
der Regelmässigkeit und Gleichförmigkeit in allen ihren Formen 
können dieselben nicht durch Zufall entstanden, kein /usus naturae 
sein. Vielleicht waren‘ es’ nun” untergegangene Musen, die zu 
gleicher Zeit mit dem Mammuth in der damaligen Schöpfung 
florirt und mit diesem Riesenthiere bei uns ihr ewiges Grab ge- 
funden haben. Eine einzige Spur von Pflanzenversteinerung oder 
vielmehr Umhüllung eines gegen 1%‘ dicken Baumes zeigt sich 
im Conglomerat am Sulzenrein, wo in einem sehr grossen‘ Con- 
glomeratblock eine ganz runde schnurgerade Oeffnung oder Loch 
von 1%‘ im Durchmesser durch und durch geht, eine Oeffnung, 
die ihr Dasein offenbar einem zu Grunde gegangenen Baume zu 
verdanken hat. 
Wenn man nun die verschiedenen Ablagerungen dieser Di- 
luvial-Gebilde und die in denselben vorkommenden Thier- und 
Pflanzenreste und sonstige Mineralien, so wie die vielen Mineral- 
quellen in denselben und die, dieses Gebilde umgebenden ältern Ge- 
birgs-Formationen in’s Auge fasst und die Erscheinungen mit in 
Rechnung nimmt, dass nicht allein die verschiedenen Theile die- 
ses Gebildes , sondern auch Theile von der Keuper-Formation in 
grossen Massen untereinander geworfen sind , dass man nament- 
lich Lette, Sauerwässerkalk und Conglomerat unter 10 und mehr 
Fuss mächtigen Keupermergeln, und unter diesen wieder ganze 
Bänke von losen Neckargeschieben und alle diese Gebilde das 
er
	        

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