Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 1-2, 1845-1846)

DE — 
öffentlichen Gesundheitsbeamten und den praktischen‘ Aerzten 
überhaupt auferlegte Berichterstattung über die natürlichen Ver- 
hältnisse ihrer Gegend, zunächst im Zusammenhang mit dem 
Gesundheitszustand der Bewohner *), gleichwie auch jene Orga- 
nisation selbst nur von kurzem Bestande war. Wenn indessen auch 
bei der jetzigen Medicinalverfassung die natürliche Landeskunde 
nicht aus’ dem Bereiche der Beobachtungen und Berichterstattun- 
gen der Sanitätsbeamten ausgeschlossen ist, vielmehr ein grosser 
Theil der Letztern sich die verdienstliche Mühe giebt, zu nähe- 
rer Erforschung der natürlichen und ins Besondere der climati- 
schen Verhältnisse ihrer Gegend beizutragen, so bringt es wohl 
die Natur der Sache sowie die Stellung und der Beruf des Arz- 
tes mit sich, dass seine Thätigkeit für die Hülfswissenschaften 
seines Berufes in der Regel nur beiläufig und dem eigentlichen 
Berufe untergeordnet bleibt. Dessen ungeachtet dürfte das Ma- 
terial, das auf diesem Wege bereits zusammengekommen ist, 
wenn auch keinen Stoff zu einem Ganzen, doch manches schälz- 
bare Detail zu einer künftigen Bearbeitung der naturwissenschaft- 
lichen Vaterlandskunde darbieten, und es wäre die Frage einer 
näheren Erwägung werlh: ob nicht vielleicht ein bestimmter 
Frageplan den Aerzten als den, unter allen Ständen und Berufs- 
arten der Naturwissenschaft denn doch am” nächsten stehenden 
Staatsbürgern, sowie den einem mehr stationären Berufe zuge- 
wendeten Pharmaceuten, als Grundlage ihrer Wirksamkeit für die 
natürliche Landeskunde an die Hand zu geben wäre, wodurch 
mehr Einheit, Gleichförmigkeit , Regsamkeit und Erfolg in diese 
gewiss nicht unwichtige Angelegenheit zu bringen wäre. 
*) Generalverordnung vom !%/,, Merz 1814 $. 1. der Instruktion: für die 
Ober- Unteramts- Local- auch prakticirende Aerzte: „Ihnen liegt ob, 
Materialien zu einer medicinischen Topographie des Oberamts zu sam- 
meln, zu ordnen und ... zu übergeben .., Aufmerksam auf alle Natur- 
merkwürdigkeiten und Ereignisse im Oberamte wird er Data hierüber 
sammeln, vergleichen und die Resultate berichten.“ Die Thätigkeit 
des Landvogteiarztes, der indessen stets zugleich Oberamtsarzt seyn 
sollte, wurde $. 1. der Instruktion für denselben auf „Naturereignisse, 
besonders wenn sie auf den Gesundheitszustand der Menschen und Haus- 
thiere Bezug haben sollten“ sowie auf die Mineralquellen und Bäder 
beschränkt. 
Württb, naturw. Jahreshefte. 1845, 
92
	        

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