Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 1-2, 1845-1846)

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erhöhte Temperatur in der zweiten Periode in Verbindung mit der grösseren 
Menge von Regenwasser (100 Millemeter mehr als in der ersten Periode) 
und der durch die Regengüsse stets entstehenden Erkältung einen Erklä- 
rungsgrund abgeben, der hinreichen dürfie, Die Witterung war in der ersten 
Periode offenbar viel gleichförmiger. ‘ Nur schroffe Temperaturwechsel in 
Verbindung mit Regengüssen sind es, die die Vegetation am meisten be- 
einträchtigen, Plieninger, 
2, Ueber die procentische Zusammensetzung des Faserstoffs, 
Von Professor Dr. Schlossberger, 
Die genaue procentische Zusammensetzung des reinen Fibrins ist immer 
Noch nicht vollkommen sicher festgestellt, so zahlreiche Untersuchungen dar- 
über auch vorliegen. ‚Unter den ältern Chemikern hatten Gay Lussac, 
Thenard und Michaelis im Faserstoff weniger Kohlenstoff gefunden als 
im Albumin; die Ursache war, dass sie das Fett nicht entfernt hatten. Aber 
selbst in den neuester Zeit angestellten Elementaranalysen‘ des Faserstoffs 
findet in Betreff seines Kohlenstoff- und vorzüglich seines Stickstoffgehaltes 
noch ein bedeutendes Schwanken der Zahlenangaben um 1—2Proc, Statt, 
J, Vogel fand: C, 52,406; Dagegen erhielt Mulder; C. 54,56; 
H. 7,094; H. 6,90; 
N. 18,120; N. 15,72; 
O0. 19,720; 0. 22,13; 
Asche 2,660, S. 0,36; 
P:30,33: 
Diese: Zahlen stimmen 'so sehr’ mit denjenigen überein, welche Mulder 
bei der Analyse des Kiweissstoffes erhalten hatte, dass die Unterschiede 
innerhalb der Grenze der Beobachtungsfehler liegen. 
Ganz in jüngster Zeit wurden wiederum ‚in. Paris zahlreiche Analysen 
des Faserstoffs sowie des Albumins von Dumas. und Cahours unternom- 
men; sie wollen abermals den etwas höhern Stickstoffgehalt, des Fibrins im 
Vergleich mit dem Albumin, nachgewiesen. haben; doch ist diese Differenz 
hach ihren. Versuchen so klein, dass sie‘ nur bei Anwendung beträchtlicher 
Mengen Substanz in den analytischen Ergebnissen deutlich hervortritt, 
Sie fanden im Fibrin des Blutes vom Menschen‘ und verschiedenen 
Hausthieren 52,5 52,8 % C. (nur in dem, des Weizenmehls mehr, nämlich 
53,2; übrigens ist es zweifelhaft, ob diese pflanzliche Substanz Fibrin. ist). 
Im Albumin des Blutes und. Mehls dagegen fanden sie 53,4 % CC. — Ihre 
Resultate über den Stickstoffgehalt des Fibrins sind 16,4 — 16,7, während 
der des Albumins nach ihnen nur 15,8 °% beträgt. 
Durch Professor Mulder erhielt ich von ihm selbst sorgfältigst darge- 
stelltes Fibrin aus Ochsenblut,. und unterwarf es zu Utrecht mit besonderer 
Sorgfalt der Analyse. Die Bestimmung des Kohlenstoffs und Wasserstoffs geschah 
durch Verbrennen (im Sauerstoffstrom) mit einem Gemische von Kupferoxid.und 
etwas Bleioxid. Die Zumischnng des letztern zu etwa Yo-— Va von der
	        

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