Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 1-2, 1845-1846)

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xx. Graf Mandelslohe, Kreisforstrath in Ulm; zeigte zwei 
Exemplare des Abdrucks eines bis jetzt nicht bekannten Crusta- 
ceum aus dem braunen Jura von Heiningen vor. Obgleich diese 
Stücke blosse Abdrücke sind, die sich jedoch gegenseitig in der Art 
ergänzen, dass das eine die äussere, das andere die innere Ober- 
fläche eines 8 Zoll Dec. langen, 3 Zoll.breiten Schildes darstellen, 
wobei alle organische Substanz fehlt, so.lässt sich doch die Ver- 
muthung auf den Schild eines des Gattung Limulus nahe stehenden 
Krustenthiers als das Wahrscheinlichste erkennen, indem die ganz 
gleiche Beschaffenheit der beiderlei Oberflächen rücksichtlich der 
durch Erhabenheiten und Vertiefungen gebildeten Zeichnungen bis 
jetzt bei Sepienknochen nicht bekannt ist. Uebrigens muss eine 
bestimmte Diagnose erst von der Auffindung deullicherer, d. h. 
mit den Resten der organischen Materie versehener Exemplare 
abhängig‘ gemacht werden. 
x. Prof. Dr. Th, Plieninger hielt nachstehenden Vortrag 
über ein neues Sauriergenus und die Einreihung der Saurier mit 
flachen „ schneidenden Zähnen in Eine Familie. 
Die Zahl der fossilen Reptilien, und unter diesen namentlich der Eidech- 
senartigen, mehrt sich, wie die Zahl fossiler Thierreste überhaupt, von Tage 
zu Tage und kaum solite man denken‘ können , dass sich noch bezeichnende 
Benennungen finden lassen, um ihre Eigenthümlichkeiten gehörig auszudrücken, 
Seit der treffenden Benennung jener merkwürdigen Mittelglieder zwischen 
Fisch und Eidechse mit „Zchthyosaurus“ durch König ist die Methode auf- 
gekommen, die generischen Namen der Saurier durch Vorsetzung eines be- 
zeichnenden Wortes vor das Endwort „Scurus“ zu bilden, und wir besitzen 
eine grosse Zahl so benannter Genera. Bald. ist man jedoch von dieser 
Methode wieder abgekommen, unstreitig, weil sich immer mehr die Ueber- 
zeugung aufdrängte, dass die Bezeichnung Ichthyosaurus, welche die Natur 
jener Thiere so richtig ausdrückt, nicht als Muster und Vorbild zu Be- 
zeichnung solcher Thiere dienen könne, an deren Sauriernatur auf der einen 
Seite nicht weiter gezweifelt werden kann, und bei welchen auf der andern 
Seite keine Verschmelzung gewisser Typen von Thieren anderer Natur mit 
denen der Eidechsenartigen stattfindet; abgesehen davon, dass diese Methode 
auch eine allzugrosse Einförmigkeit mit sich bringen würde, welche es schwer 
machen müsste, ‘die so mannigfachen Eigenthümlichkeiten, welche bei den 
fossilen Sauriern nach und nach auftauchten, gleichsam ‚als Reisse auf den 
gemeinschaftlichen Stamm des Wortes Saurus zu pfropfen, H. v, Meyer 
hat sich, einer der ersten‘, von dieser Methode losgesagt, indem 'er sich 
genöthigt sah, die Eigenthümlichkeit in der Bildung der Wirbel bei dem
	        

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