Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 1-2, 1845-1846)

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nicht wohl gelten kann, dem wie‘ sollen Electricität und ein Schwamm so 
zusammenwirken, um eine solche Erscheinung hervorzubringen. Ueberhaupt 
haben beide die Entstehung der grünen Zauberringe, die doch am häufigsten 
erscheinen, während die dürren viel seltener sind, nicht erklärt, während 
sie Heim dem Blitz zuschreibt, 
Wenn man nun aber auch auf alles dieses keine Rücksicht nehmen 
wollte, so scheinen die 3 von obigen Erklärern angeführten Beispiele noch 
lange nicht genügend, um einen sichern Beweis für ihre Behauptung zu 
liefern. Das von Nicholson scheint wenigstens den Mangel zu haben, 
dass nicht angegeben ist, wie die Stellen vor dem Gewitter beschaffen waren 
und dass er es nicht gesehen, sondern nur angenommen hat, dass der Blitz 
an diese Stellen eingeschlagen habe, als er erst vier Tage nach dem Ge- 
Wwitter in den Park kam, Das Beispiel von Heim scheint ebenfalls keinen 
Sichern Beweiss zu liefern, indem derselbe zwar den Blitz in der Entfernung 
hat einschlagen gesehen, aber weder ‚vorher noch unmittelbar nach dem Ein- 
Schlagen an der Stelle war, sondern erst einen Monat später an die Stelle 
kam und die grünen Streifen bemerkte; überdiess erscheint es sonderbar, 
wie der Blitz bei dem Aste, der auf 30 Schritte weit fortgeschleudert wurde, 
an der Stelle, wo der Ast niederfiel, grüne Flecken soll hervorgebracht haben ; 
entweder müsste mit dem Ast ein Blitz an diese Stelle hingefahren sein, 
oder müsste der harzigte Ast der Kiefer eine Portion Electricität mitgenom- 
men haben. Die von Heim angegebene Erscheinung erklärt sich viel ein- 
facher dadurch, dass, wenn in den 4 Wochen nichts anderes auf die Stellen 
kam, wo sich die grünen Streifen zeigten, die Erde, welche durch den Blitz 
an der Wurzel aufgelockert und umhergestreut wurde, den Rasen gleichsam 
düngte und dass da, wo der Ast lag, mehre Stellen des Rasens durch den 
Ast vor den Winden und Sonnenstrahlen mehr geschützt wurden, ‘das Gras 
somit besser wachsen konnte, wie man häufig sehen kann, dass‘ da, wo 
Steine, Holzstücke u. s. w. liegen, das Gras am Rande derselben üppiger, 
als das entferntere aufwächst. 
Das Beispiel von Dr. Withering scheint mir nichts anderes zu be- 
Weisen, als dass die Knötchen des Agaricus aus den Stoffen des an der 
Stelle abgestorbenen und verfaulten Grases, oder aus den Stoffen, welche 
die Ursache des Verdorrens und Verfaulens des Grases waren, entstanden 
Sind, da bekanntlich Schwämme nur da entstehen, wo organische Stoffe ver- 
Wesen; überdiess fehlt der ganzen Beobachtung die wesentliche Aufklärung, 
9b bei Entstehung des Zauberringes, ehe oder während das Gras abgestorben, 
Schon Schwämme vorhanden waren, 
Bei allen von mir nicht allein in Württemberg, sondern auch an manchen 
andern Orten angestellten Beobachtungen und Untersuchungen über die Zau- 
berringe konnten mir "die angeführten und noch manche andere Erklärungen 
über die Entstehung: derselben schlechterdings nicht genügen, besonders wenn 
ich folgende dabei vorkommende oder damit analoge Erscheinungen zusammen- 
fasste und unter einander verglich; 
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