Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 1-2, 1845-1846)

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Hund, der Fuchs , der Marder, die Katze und der Haase, den Mist und den 
Urin immer nur stehend von sich, die meisten dieser Thiere gehen aber, 
besonders am Schluss dieser Verrichtung., einige Schritte vorwärts und: machen 
sonst einige eigenthümliche Bewegungen, Hiedurch können nun, je nachdem 
der Mist und der Urin durch die verschiedenartigsten Bewegungen der Thiere 
ausgestreut wird, auch die verschiedenartigsten Figuren entstehen und wenn 
zu viele Excremente und besonders auch Urin auf eine Stelle kommen, muss 
das Gras an derselben absterben oder verfaulen und dann entstehen die sel- 
tenern dürren Zauberringe und auf diesen von dem verfaulten Grase und den 
Execrementen leicht Schwämme, eine Erscheinung die ich öfters beobachtet 
habe, die aber nicht die Ursache der Entstehung der Zauberringe, sondern 
Folge des obigen ist. 
So sehr ich mich nun durch die oben angezeigten Erscheinungen über- 
zeugt hatte, dass nur die Excremente der Thiere die Ursache der Zauber- 
ringe sein können, so suchte ich dennoch einen unumstösslichen Beweis da- 
für durch Versuche, die so leicht anzustellen waren, 
Auf einem äusserst magern Rasenplatz, der schon viele Jahre hinter 
einander nie gedüngt wurde, und auf welchen kein Thier Zutritt hat, steckte 
ich vermittelst Stäbchen gerade und verschiedene krumme Linien, Kreisstücke 
und ganze Kreise, ja Triangel und Kreuze, auch einige Quadrate aus und 
liess nach diesen ausgesteckten Linien vermittelst einer Giesskanne am 
10.März dieses Jahrs den Rasen handbreit satt mit Mistjauche, in welcher etwas 
Kühdünger aufgelöst war, begiessen; Schon am 25, März fiengen diese Fi- 
guren an dadurch etwas sichtbar zu werden, dass das Gras derselben gegen 
das übrige nicht so begossene Gras schon etwas dunkler grün sich zeigte, 
dieses wurde von Tag zu Tag immer sichtbarer, vom übrigen Rasen immer 
mehr abstechend und am 26. April waren die Figuren vollkommen ausgebil- 
dete Zauberringe, wie die auf Waideplätzen, mit dem einzigen Unterschiede, 
dass man auf letzteren keine Triangel, Quadrate und Kreuze findet. 
Um aber auch dürre Zauberringe hervorzubringen, liess ich zur nem- 
lichen Zeit an 3 Stellen ganz breiigten Kühdünger in runden Formen gegen 
4 Zoll dick auf dem magern Rasen auftragen und in der gleichen Zeit wie 
oben zeigte sich der Rasen an der Begränzung dieser Figuren satt dunkel- 
grün, der Dünger aber noch als‘ eine feste Kruste und als diese hinweg ge- 
nommen wurde, das Gras unter derselben total verfault und die Stelle kahl, 
Jedoch mit einem üppigen Graswuchs eingefasst. 
XxxE. Dr. G, Leube von Ulm sprach über die Bildung 
des Grundeises. 
. Bekanntlich bestehen über die Bildung des Grundeises verschiedene An- 
Sichten, Es wird z, B. behauptet, dass sich das Grundeis nicht auf dem 
Grunde der Flüsse bilde, seine Benennung daher eine unrichtige sei, und 
Zwar desswegen , weil das Wasser bei + 4,1° die grösste Dichtigkeit ‚somit 
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