Full text : Mitteilungen der Geologischen Abteilung des Königlichen Württembergischen Statistischen Landesamts [Nr. 8] (8, 1911 [JVVNW 67, 1911])

Gruppe I. Beseitigung der organischen Substanz aus dem
salzsauren Bodenauszug

a) durch Eindampfen mit HCI
b) Behandeln „ HNO;
c) „ H,O,
7 . HSO, AHF.

m

Gruppe IL. Beseitigung der organischen Substanz aus dem
Jufttrockenen Boden

a) durch Glühen
b) „ Abrauchen mit NH, NO,
ce) 2 Extraktion mit Weinsäure.

Das nächstliegende und bei der chemischen Bodenanalyse übliche
Verfahren ist, den lufttrockenen Boden mit Salzsäure auszuziehen.
Dabei geht, wie früher erwähnt, ein Teil der humussauren Substanzen
 in Lösung, äußerlich erkennbar an der dunkelweinroten
Farbe der Lösung. Da organische Stoffe in dem Trennungsgang
anorganischer Stoffe nicht bloß störend wirken, z. B. hier durch Erschwerung
 des Filtrierens und Auswaschens, sondern auch Anlaß
geben können zu Fehlerquellen, so müssen sie beseitigt werden.
So ist es z. B. unmöglich, die Kieselsäure abzuscheiden, weil die gelösten
 organischen Stoffe beim Eindampfen der salzsauren Lösung
eine Gallerte bilden, die bei der zulässigen Höchsttemperatur von
120°C nicht zur Trockene gebracht werden kann.
Die organische Substanz durch wiederholtes Eindampfen und
Wiederaufnehmen mit Salzsäure gänzlich zur Abscheidung zu bringen,
glückte nicht. Ebensowenig der Versuch, dieselbe durch Oxydation
mit rauchender Salpetersäure zu zerstören. Die vorher schwärzliche
Gallerte wurde braunrot, schwammig porös. Diese Umstände sowie
die dabei auftretende Gasentwicklung ließen statt einer Zerstörung
ein anderweitiges Umwandlungsprodukt vermuten.
M. HeuBiG in Karlsruhe wandte Wasserstoffsuperoxyd an.
Über das Ergebnis sagt er!: „Tropfenweise Zugabe von Wasserstoffsuperoxyd
 hatte besseren Erfolg “(nämlich als Salpetersäure), „nur muß
man dabei vorsichtig zu Werke gehen, indem sonst das Aufschäumen
der Masse Substanzverluste zur Folge haben könnte.“ Über die
schädliche Wirkung anwesender organischer Stoffe äußert er sich

1 Über Ortstein im Gebiete des Granites von. M. HeLsie. Naturwissensch.
Zeitschr. für Forst- und Landwirtschaft. 1909. 1. Heft.
            
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