Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 31, 1875)

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massen, welche eine nicht unbeträchtlich verschiedene, bis jetzt 
aus unserm Lande grösstentheils unbekannte Fauna bieten. Dort 
die dickschaligen Austern (Ostraea crassissima, Giengensis), Zr0sse 
Pektiniten, grosse Cardien, dazu viele Landthiere; — hier die 
kleine Corbula gibba, kleine Cardien den brackischen ähnlich, 
ein kleiner Pekten, kleine dünnschalige Austern, Terebrateln, 
grosse Balanen, Echinodermen, Korallen und Bryozoen — lauter 
Dinge, die im Muschelsandstein fast oder ganz fehlen. In Hausen 
am Andelsbach fand ich diese Dinge zuerst in einem Sand, 
welcher das Liegende der Cerithienschichten bildet. Durch den 
Herrn Lehrer Peter in Mengen äber lernte ich bald darauf 
die Sandgruben am Burren, Gemeinde Ursendorf, eine Stunde 
südlich von Mengen kennen, welche ich gemeinschaftlich mit 
Peter seit 2 Jahren ausbeute. Die Echinodermen sind freilich 
auch hier seltene Dinge und wir kennen bis jetzt nur 6 Arten, 
darunter einen stattlichen Spatangus, dem Sp. Desmarestü nahe- 
stehend; eine kleine Föstulana ist relativ am häufigsten. Von 
Korallen ist bis jetzt nur eine Art der Gattung Balanophyllia 
bekannt. Dagegen habe ich die Zahl der Bryozoen-Arten, um 
die es mir vor Allem zu thun war, auf etwa 60 gebracht. Einige 
derselben kommen massenhaft vor. Die erbsen- bis faustgrossen 
Knollen einer Cellepora bilden ganze Bänke. Noch grössere 
Knollen bildet eine feinporige Ceriopora; auch Heteropora er- 
reicht eine beträchtliche Grösse. Kine etwas seltenere Cellepora 
in Form kleiner Schüsselchen macht jedem Finder Freude. Wer 
aber tiefer eindringen will, der findet hier zahlreiche Arten der 
überrindenden, dem unbewaffneten Auge entgehenden Membrani- 
yora und Lepralia. Von den Eschariden finden sich viele kleine 
Aestchen, mitunter auch handgrosse Ausbreitungen. Prachtvolle, 
wenn auch winzige Korallenstöckchen bilden die verästelten dünnen 
Zweige von Idmonea, Hornera, Entalophora. Schön erhalten 
sind die feinen Glieder der Salicornaria, deren ich mit Peter 
beispielshalber über 700 gesammelt habe. In Drusenräumen 
haben sich unter günstigen Umständen selbst Vertreter der Familie 
der zarten Flustridae erhalten. 
Der beste Fundort dieser Bryozoen ist Ursendorf; von der 
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