Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 32, 1876)

und fällt wieder um 173 M. bis an ihren Endpunkt, dieser liegt 
66 M. über dem Anfangspunkt. 
Von diesen absoluten Höhen sind nun die Schichten durch- 
aus unabhängig, sie sind vielmehr in den verschiedensten Hori- 
zonten zu treffen, was gleich die Lage ‚des bunten Sandsteins 
zeigt. Derselbe ist nach dem Stuttgarter Bohrloch zu Schliessen 
bei Zuffenhausen beiläufig auf dem Meeresspiegel, bei Altheng- 
stett 490 M. höher. Die Gipsmergel liegen bei Zuffenhausen 278 M., 
bei Renningen 407 M., am Forsttunnel 540 M. ü. d. M. Die obere 
Grenze des Hauptmuschelkalks liegt bei Zuffenhausen 250 M. ü. d. M., 
am Wasserbach 400 M., am Hacksberg und am Forst 557 M. An 
diesen Punkten ist die untere Grenze gemessen, was bei der Mächtig- 
keit von 80 M., welche der Hauptmuschelkalk misst, für die 
obere Grenze 480 und 617 M. ergiebt. Die Niveaudifferenz der 
Schichten beträgt hienach zwischen 350 und 450 M. und zwar 
ist diese Differenz nirgends durch wellenförmige Linien 
vermittelt, wie diess nothwendig der Fall sein müsste, wenn 
man die Niveaudifferenzen auf Rechnung ursprünglicher Gebirgs- 
ablagerung setzen wollte. Vielmehr beobachtet man zwischen 
dem tiefsten und höchsten Punkt 8 grössere Schichtenbrüche, 
eine Anzahl kleinerer gar nicht gerechnet, welche stets eine 
Verwerfung von verschiedener Sprunghöhe im Gefolge haben. 
Die Schichtenbrüche zeigt das Profil bei Kilom. 11. 14,5. 18. 
18,2. 22,5. 25. 28,5. 35., ebenso beachte man, dass bei diesen 
Brüchen der östlich vom Sprung gelegene Theil an dem west- 
lich gelegenen abgesunken ist, ohne dass jedoch eine östliche 
Neigung der Schichten die Consequenz der Einsenkuug wäre. 
So bildet bei Kil. 13 der Sprung einen förmlichen Aufriss des 
Schichtenknicks, von dem ab die Schichten des Hauptmuschel- 
kalks nach Westen einerseits und andererseits nach Osten ein- 
fallen. Die heutige Oberflächebildung des Landes er- 
scheint hienach als das Resultat treppenförmiger Einsen- 
kungen der Schichten, welche zwischen dem Schwarzwald 
und der Neckargegend statt hatten. In Folge der Einsenkungen 
brachen tausendfach die Schichtentafeln entzwei, einfach dahin 
sich neigend, wo ein Raum es gestattete. Auf dieselbe Weise 
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