Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 32, 1876)

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Was an diesem Stücke besonders auffällt, ist, dass der Kalk 
nur in kleinen Flächen Lagen mit Astsystemen bildet: der bei 
weitem grösste Theil ist körnig mit deutlicher Fluidal- 
Structur, welche nur Folge eines starken Druckes sein kann. 
In Folge dessen sind auch die Schichten in kugelförmige Massen 
zertheilt und vermischt. An manchen Stellen finden sich im 
Kalk schwarze Puncte. Sie sind höchstwahrscheinlich Graphit. 
Für alle 3 Stücke gilt Folgendes: 
Der Serpentin entstand unzweifelhaft aus Olivin, welcher 
in eine noch weiche Kalkmasse gelangte. Wo die Zersetzung 
ruhig vor sich geht und kein Druck eintritt, wird der Serpentin 
anfangs die Form des Olivins nahezu behalten, bei weiterer Zer- 
setzung aber wird das weiche Korn schon in Folge des von 
der überlagernden Masse ausgeübten Drucks zunächst platter ge- 
drückt. Bietet sich kein Ausweg oder findet von den Seiten 
ein Gegendruck statt, so werden sich Walzen mit elliptischem 
Durchschnitt bilden, bei weiterem Druck endlich Schichten (Lagen) 
in der Kalkmasse. Wenn nun aber, wie bei Handstück IIL un- 
gleichmässiger Druck eintritt, müssen die Lagen zertheilt, zer- 
rissen werden, die Theile aber werden nun, wenn sie erhärten, 
in ihrem Durchschnitt Körnerstructur zeigen. — Es kann davon 
keine Rede sein, dass die Kalk-Zwischenmasse vor dem Serpen- 
tin verhärtet oder auch nur da gewesen wäre, sonst wäre die 
Fluidalstructur nicht mehr erklärlich, 
Die Astsysteme sind von sehr verschiedenem Durchmesser, 
verschieden ferner hinsichtlich ihrer Vertheilung und Form. Sie 
bestehen aus Kalk. Nirgends sieht man eine Einhüllung etwa 
wie Muschelsubstanz um sie herum, vielmehr verschwimmen sie 
sogar mit ihrer Umgebung. 
Weiter wurden untersucht: 
IV. Serpentinkalk vom bayerischen Wald. Es fol- 
gen sich Kalk, Kalk mit Graphit, Kalk mit Serpentin, körnig 
wie in IIL, Serpentin, Kalk mit Serpentin, Kalk mit Graphit. 
Deutliche Chrysotillagen um die Serpentinkörner. Keine Spur 
von Astsystemen.
	        

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