Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 32, 1876)

Nachdem ich in neuerer Zeit darüber befragt worden bin, 
wie sich die Eier des Hühnerhabichts (Astur palumbarius 
Cuv.), des Königsgabelweihs (Milvus regalis Briss.) und 
des Mäusebussards (Buteo vulgaris Bechst.) untereinan- 
der unterscheiden, so möge als ein schwierigeres Beispiel 
meine Antwort hier eingeschaltet sein. Im Gewicht ist, den 
ziemlich gleich grossen Vögeln entsprechend, kein wesentlicher 
Unterschied. Auch die Gestalt stimmt überein, man kann höch- 
stens etwa noch sagen, dass beim Habicht und Bussard mehr 
gedrungene oder abgestumpfte, beim Gabelweih mehr dem Oval 
sich nähernde Eier vorherrschen. Bei letzterem, die nächstver- 
wandten Arten (M. niger Briss. und M. parasitus Less.) mit ein- 
geschlossen, kommen in der Grösse besonders auffallende Ex- 
treme vor. Die grünliche Grundfarbe bei Buteonen- und 
Milaneneiern geht mehr in’s Kalkweisse; bei den ersteren zieht 
sie manchmal stark in’s Gelbgrüne; für frische Eier vom Hühner- 
habicht — je bebrüteter oder je älter in der Sammlung desto 
weisser werden sie — ist eine grünbläuliche Färbung cha- 
racteristisch. Eine Fleckung bei letzterer Art ist überhaupt 
nicht die Regel, wenn sie aber auftritt, so existirt sie nicht in 
mehreren Farbentönen; entweder sind nur ganz verloschene blass- 
leberbraune grössere oder nur kleinere trübviolettgraue Flecken 
vorhanden, gerade wie beim normal gleichfalls einfarbigen See- 
adlerei. Sogenannte Oeltropfenflecke, die aber weiter nichts sind 
als eine stellenweise Steigerung des Grundtons, kommen auch 
manchmal vor. Beim Bussard findet in der Regel die stärkste 
und gröbste, oft recht bunte Fleckung statt: lehmbraun und 
braunroth bis violett und blaugrau, wobei die Farben um den 
stumpfen Pol gerne zusammenfliessen; diese Eier können nach 
der Färbung mit denen des Steinadlers (Aqwila fulva Briss.), 
welche ihre Wiederholung im Grossen sind, füglich in Parallele 
gestellt werden. Beim Gabelweih pflegen feinere Zeichnungen 
vorzuherrschen, Stricheln, langgezogene Schnörkel oder feinste 
Puncte, die an Verunreinigung durch schmarotzende Insecten er- 
innern; kleinere Oberflecke sind hier meist hell, verwaschen-braun, 
während die violetten Unterflecke oft recht lebhaft hervorstechen. 
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