Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 32, 1876)

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Tritt sehr dunkle und sehr grobe Zeichnung hinzu, so sitzt die- 
selbe als eine letzte Bekleksung ganz oberflächlich und verwisch- 
bar auf und vereinigt sich mehr zu einzelnen unregelmässigen 
Gruppen bald da bald dort, am häufigsten an einem der beiden 
Pole. Die Textur ist beim Ei des Hühnerhabichts entschieden 
kräftig, mit wellig-aufgedunsenen oder auch feineren Höhenzügen, 
welche lange oder etwas verzweigte, aus aneinandergereihten 
flacheren Grübchen entstandene Furchen zwischen sich lassen; 
flachere Vertiefungen sind weit, grubig, tiefe Stichporen sind 
nur sparsam vorhanden, meist mit annähernd viereckiger Oeffnung, 
wenn gerundet als feine Stichpuncte oder mit einem Kalkkorn 
ausgefüllt. Wie bei allen Buteoninen zeichnen sich die Kier 
des Mäusebussards durch zahlreiche Stichpuncte aus, in welcher 
Eigenheit sie sich den Adlern anschliessen; das Korn ist sehr 
fein, fast ohne jede Spur von erhabenen Zügen; die tiefen Stich- 
poren sind gerundet oder gestreckt oder eckig. Beim Gabelweih 
ist ein zwar geglättetes aber durch wulstige Erhabenheiten un- 
ebenes Korn, indem ungleich grosse, grössere und kleinere Körn- 
chen dicht aneinander schliessen; dadurch werden die Poren eckig 
mit scharfkantigem Rande oder sie erscheinen als kurzgekrümmte 
Falten; nur selten erscheinen tiefe Poren oder runde flachbodige 
Scheinporen, in deren Grunde Körnchen sitzen, die zur Ausfüllung 
der Vertiefung nicht ausgereicht haben. i 
Hiemit dürfte die Hauptsache gesagt sein. Gegen 300 
aus einer noch weit grösseren Anzahl ausgewählte Exemplare 
der drei fraglichen Arten, die dem Obigen zu Grund gelegt sind, 
konnten natürlich nur im Allgemeinen, nicht in den einzelnen 
Abweichungen (namentlich der Färbung) berücksichtigt werden. 
Aus allem bisher Gesagten geht hervor, dass die Unter- 
scheidung unsicherer Vogeleier. eine mühevolle Arbeit ist, die 
ziemlicher Uebung und bedeutenden Materials bedarf. Dass die 
zur Unterscheidung nöthigen Resultate auf dem Weg der Ver- 
gleichung zu erwerben sind, oder mit andern Worten, dass 
man aus Bekanntem in der Regel mit grösster Sicherheit Schlüsse 
auch auf noch völlig Unbekanntes ziehen kann, ist leicht zu er- 
läutern. Gesetzt z. B. ich bekomme aus einem fremden Land 
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