Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 32, 1876)

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und nur an jenen genannten Lichtungen und am Rande des 
Waldes, sodann wieder in alten Schlägen, wo die hohen, alten 
Bäume sich mehr einzeln stellen, Moos ansetzen und da und 
dort vom Glatteis etwas faulrindig werden, da sucht man bei 
gühstiger Witterung nie vergebens nach den verschiedenen Arten 
unsrer characteristischen Limax-Clausilien- und interessante Helix- 
Arten, und was man kaum erwarten sollte, auch nach Helix hor- 
fensis und nemoralis, welch letzterer Vorkommen auf der Alb 
bisher ausdrücklich aber irrthümlich in Abrede gezogen wurde. 
Ja in solchen Lichtschlägen dringen diese 'Thiere oft sehr 
tief in den Hochwald selber ein, worüber unten bei den einzelnen 
Arten mehr. 
So viel über unsern Wald. Was nun weiter die Physiog- 
nomie der waldlosen Hochfläche des Gebirgs betrifft, so 
setzt sich dieselbe jetzt fast ausschliesslich nur noch aus Cul- 
furland, aus Wiesen und Ackerfeld zusammen, während die 
Waiden und Mäder von Jahr zu Jahr mehr zusammenschrumpfen. 
Die Aecker sind vor Allem mit Dinkel, Gerste, Roggen, Haber, 
Kartoffeln, Klee und Luzerne, nur sehr wenige mit Waizen und 
Pferdebohnen bestanden. Der Hopfenbau, der ein treffliches 
Product liefert, fängt eben erst an. Diese unsre Culturpflanzen 
mögen einen Begriff von unsrem Clima geben, besser als durch- 
schnittliche Thermometergrade der Monate oder des Jahres. *) 
*) Das Clima der Alb hat sich überhaupt seit Menschenge- 
denken offenbar bedeutend verändert. Man staunt, wenn man heute 
die Schilderungen des zuverlässigen G. v. Martens in seiner oben citir- 
ten Abhandlung vom Jahre 1826 über die Schwäb. Alb liest, der die 
mittlere Jahrestemperatur derselben zu + 4 bis 5% Reaumur angibt, 
und z. B, anführt, dass oft der Mähende in der Heuerndte Eis auf 
dem Grase findet!! Ich selbst erinnere mich noch aus meiner Knaben- 
zeit wohl, dass es hin und wieder auf den Haber und auf das 
Oehmd schneite. Heutzutage folgt Habererndte und Oehmdet regel- 
mässig fast unmittelbar auf die der Winterfrucht und um Mitte Sep- 
tember spätestens ist fast Alles zu Hause. Damals fuhr man im Win- 
ter auf den Strassen von Dorf zu Dorf zwischen unübersehbaren Schnee- 
mauern, die die colossalen, oft mit 16 und mehr Pferden bespannten 
und mit der halben Schuljugend bedeckten Bahnschlitten aufgethürmt; 
Württemb. naturw. Jahreshefte. 1876. 
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