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meter von Schäffer und Budenberg. Bei demselben ist eine ring—
förmig gewellte Stahlplatte zwischen 2 ringförmigen eisernen Backen
eingespannt und auf der unteren Seite durch einen Kautschuk-Ueberzug
vor Rost gesichert. Diese beiden Backen befinden sich neben dem Buch—
staben H unserer Tafel. Je stärker der Dampf auf diese eingeklemmte
Stahlplatte drückt, desto stärker wird sie nach oben gebogen. Um diese
kleine Biegung recht bemerkbar zu machen, ist auf der Stahlplatte ein
metallenes Stäbchen angebracht, das vermittelst eines Stückes Zahnrad
auf ein Getriebe, an dem ein Zeiger befestigt ist, wirkt, welcher bei
einer kleinen Verbiegung der Stahlplatte schon eine große Drehung
ausführt. Das Zifferblatt, auf welches der Zeiger zeigt, ist so mit
Theilung versehen, daß dort, wo der Zeiger bei einem Dampfdruck
von 1, 2, 3, 4, 5... Atmosphären, also von 1, 2, 3, 4, 53...
Kilogramm auf das Zentimeter-Quadrat zeigt, diese Zahlen angeschrie—
ben stehen. Auf unserer Wandtafel zeigt der Zeiger eben einen Dampf—
druck von 2 Atmosphären an, derselbe kann noch auf 5 Atmosphären
steigen, bis das Sicherheits-Ventil anfängt Dampf auszulassen.
Wenn der im Dampfraum abgesperrte Dampf die nöthige Span—
nung hat, die man am Manometer erkennt, läßt man ihn durch das
Dampfleitungsrohr J der Dampfmaschine zuströmen. Um ihn
nach Belieben in dieses Rohr einlassen oder absperren zu koͤnnen, dient
das Absperr-Ventil Ji. Dasselbe kann durch eine Schraube von
außen nach Belieben gehoben oder gesenkt werden.
Damit der Dampf im Dampfleitungsrohr sich nicht so leicht
abkühle und wieder zu Wasser verdichte, wird das Dampfleitungs—
rohr mit schlechten Waͤrmeleitern, wie Strohgeflechte, Lehm, Packleinen
u. dergl. umgeben.
5z. Wirkungsweise und Behandlung des Dampfkessels zur Verhütung
von Erplosionen.
Die Wirkungsweise des Dampfkessels besteht in Folgendem:
Durch das in dem Feuerraum brennende Feuer wird das
Wasser im Wasserraum des Kessels zum Sieden erhitzt und theilweise
in Dampf verwandelt. Der entstandene Dampf sammelt sich im Dampf—
raum, wird dort am Abströmen gehindert und wenn er durch nach—
folgenden Dampf und fortgesetzte Erhitzung die nöthige Spannung er—
langt hat, die man am Manometer erkennen kann, wird das Absperr—
Ventil geöffnet und der Dampf durch das Ablaßrohr seiner Bestimmung
zugeleitet. Es ist Aufgabe seines Heizers, die Beschickung des Feuers
mit Heizmaterial so zu regeln, daß die Dampfspannung gleichmäßig
bleibe und dafür zu sorgen, deß das in Dampf verwandelte Wasser
durch das Speiserohr wieder ersetzt werde.
Da ein Dampfkessel durch verkehrte Behandlung sehr gefährlich
werden kann, ist es noͤthig, seine Wartung nur einem ganz zuver—
lässigen und genau damit vertrauten Mann anzuvertrauen.