Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 32, 1876)

jährigen Aufenthalt in Stuttgart, zog er sich ganz nach Klingen- 
bad zurück, um nur noch den Wissenschaften und seiner Familie 
— aus der in der Folge zwei Töchter durch Verheirathung aus- 
schieden — zu leben. 
Die Elemente des Forstwesens hatte Baron Schertel 1818 
und 1819 in Stuttgart bei den „Feldjägern“ erlernt, einem 
Truppenkörper, der damals in seiner Mannschaft aus practisch 
gebildeten Jägern zu bestehen hatte und insofern gleichsam eine 
niedere Forstschule vertrat, als die hier Dienst Nehmenden eine 
Exspectanz auf Anstellung im Forstfach erhielten. Seine weiteren 
Studien begann er in Heidelberg und besuchte nachher 
auch die Universitäten Erlangen, Göttingen und Tübingen, 
wo er sich vorzugsweise den naturhistorischen Fächern widmete. 
Im Umgang mit seinen Göttinger Lehrern Blumenbach (Joh. 
Fried., 1776—1835 Prof. d. Medicin u. Zoologie) und Stro- 
meyer (Fried., 1817—30 Prof. d. Chemie), sowie mit seinem 
Studiengenossen und Freund Justus Liebig wurden ihm die 
Naturwissenschaften immer werther und noch lange nachher ist 
er mit diesen Männern im Verkehr geblieben. 
Nach vollendeten Studien unternahm Schertel 1827—28 
eine grössere Reise nach dem Norden, nach Schweden und Nor- 
wegen, sowie in einen Theil von Lappland, was damals keine 
Kleinigkeit war. Da sich sein Hauptinteresse stets auf die Orni- 
thologie richtete, war das Resultat jener Expedition eine ansehn- 
liche Sammlung von Vogelbälgen und von verschiedenen Kiern. 
Manches hiervon befindet sich noch in der Schertel’schen 
Vogelsammlung, noch viel mehr aber wurde in liberalster Weise 
weggegeben und auch unser vaterländisches Naturaliencabinet hat 
allen Grund, dem Entschlafenen ein dankbares Andenken zu be- 
wahren. 
Zu Hause knüpften sich hieran verschiedene Beziehungen 
zu hervorragenden Gelehrten,, u. A. ein Briefwechsel mit unseren 
beiden grossen Ornithologen Johann Friedrich Naumann in 
Ziebigk und Dr. Constantin Gloger in Breslau, mit Dr. Micha- 
helles, jenem bekannten Kenner der Dalmatiner Ornis und Mit- 
arbeiter an der Isis, mit Herzog Paul von Württemberg, 
4R
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.