Volltext: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 32, 1876)

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weisbar; von den 39 lebenden Geschlechtern lassen sich 
17—18 nachweisen, wobei zu bemerken ist, dass es nicht noth- 
wendig war, neue ausgestorbene Geschlechter aufzustellen; sämmt- 
liche fossile Zähne liessen sich unter die lebenden Geschlechter 
einreihen. Selbst bei dem einzigen vermeintlich ausgestorbenen 
Geschlechte, das Agassiz für die miocenen Haie aufgestellt hatte, 
Hemipristis, ergab sich, dass dasselbe kein ausgestorbenes Ge- 
schlecht sei, sondern noch in der Lebewelt, wenn auch als grösste 
Seltenheit repräsentirt sei. Unter den von Dr. Klunzinger 
in Coseir für das Stuttgarter Naturaliencabinet in neuester Zeit 
erworbenen Fischen aus dem rothen Meer befand sich nämlich 
zu meiner grossen Ueberraschung ein Gebiss, welches den sehr 
charakteristischen und unverkennbaren Typus der Hemipristiszähne 
besitzt. Das einzige Exemplar wurde von Dr. Klunzinger mit 
dem Namen Dirhizodon elongatus belegt (cf. Synopsis der Fische 
des rothen Meeees von D. C. B. Klunzinger 1870. II. S. 225, 
665) und ist in der Stuttgarter Sammlung mit der Nummer 1640 
versehen. Es liegt hier wiederum eines der zahlreichen Beispiele 
vor, dass Thiergeschlechter, die in der vorgeschichtlichen Zeit 
eine sehr grosse Verbreitung sowohl in der alten als neuen Welt 
hatten, in der Jetztzeit zu den grössten Seltenheiten zusammen- 
geschmolzen sind. 
Gehen wir nun zu den Arten der Haifische über, so ge- 
staltet sich das Verhältniss anders. Die Paläontologen (Agas- 
siz etc.) haben es nicht gewagt, auch nur eine einzige Art der 
fossilen Haie mit den lebenden zu identificiren; wie ich glaube, 
mit Recht. 
Von den fossilen Fischen besitzt man nur die Zähne (von 
den Wirbeln ist vorerst ganz abzusehen) und wenn nun auch 
hier eine mehr oder weniger grosse Aehnlichkeit vorhanden ist, 
so ist das doch nur ein einziger Körpertheil, auf Grund dessen 
hin eine Identificirung nicht wird positiv ausgesprochen werden 
können. 
Albert Günther führt 123 lebende Arten auf; aus der 
oberschwäbischen Molasse wird man ungefähr ein halbes Hundert 
Arten mit Grund unterscheiden können und müssen. Bei der
	        
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