Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 32, 1876)

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ist es auch ihm vorläufig nicht gelungen, den letztgenannten 
Samen mit Sicherheit zu bestimmen. 
Nach Hegelmaier ist der so zahlreich gefundene Waizen 
eine grosskörnige Spielart von Triticum vulgare; seltener sind 
der Leinsamen (Linum usitatissimum Heer.) — Kapseln fehlen 
—, und die Fruchtsteine der Himbeere (R. idaeus). 
Wohl nur zufällig kamen in den Pfahlbau Hypnum com- 
mutatum Hedw. und Anomoden witiculosus B.S., zwei noch heute 
vielverbreitete grosse Astmoose unserer Wälder; möglich auch, 
dass sie seiner Zeit irgend einem technischen Zwecke dienten. 
Ueberblicken wir, ehe wir zu den animalischen Ueberresten 
übergehen, noch einmal diese Funde, und vergleichen wir sie 
mit denen gleichaltriger Stationen der Ostschweiz und des Boden- 
Sees, so vermissen wir noch, abgesehen von Metall, das aber 
doch schon in Meilen gefunden wurde, den sog. Nephrit, der 
übrigens in einigen Sammlungen vielleicht richtiger als Talk- 
oder Chloritschiefer bezeichnet werden dürfte, den Bergkrystall 
zu Pfeilspitzen (Moosseedorf), Glasperlen (Wauwyl), Bern- 
stein, Bestandtheile vom Webstuhl, Spinnwirtel, Thon- 
ringe, Fischereigeräthe, Leder (Nussdorf, Baldegger See), 
Geflechte und Gewebe von Flachs, Flachskapseln 
(Robenhausen, Wangen), Brod, Aepfel und Birnen, Mist von 
Rindvieh, Schaf und Ziege (Robenhausen), Nadelholz, 
Binsen und Stroh; hoffen wir, dass weitere Ausgrabungen 
noch das Eine oder Andere an das Tageslicht bringen! — 
Was die Fauna unserer Pfahlbauten betrifft, so muss ich 
Allem vorgängig bemerken, dass die animalischen Ueberreste nur 
von einem Zoologen von Fach, dem nebenbei das absolut noth- 
wendige Vergleichungsmaterial beständig und in genügender 
Menge zu Handen ist, in der erforderlich wissenschaftlichen Weise 
bearbeitet werden können. Was ich der Vollständigkeit halber 
in dieser Richtung mitzutheilen habe, verdanke ich gütigen, theils 
schriftlichen, theils mündlichen Notizen der Herren v. Krauss, 
Fraas, Rütimeyer. 
Von menschlichen Ueberresten fand sich unter 428 
Knochen, die Fraas untersucht und bestimmt hat, ein zerschla-
	        

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