Volltext: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 33, 1877)

Bildungen hinzudeuten, die schon in der Gegend von Urach 
(Quenstedt, Begleitworte zu Blatt Urach p. 10) und von Blau- 
beuren (der „Kniebisgarten“ nördlich Hausen; cf. ders. Begleit- 
worte zu Blatt Blaubeuren p. 12) nachgewiesen worden sind. 
Stellen wir endlich auch hier noch 
C. SE und & ins Verhältniss zu einander, so wird 
aus dem Gesagten zum mindesten so viel hervorgehen, dass die 
Natur selbst eine Berechtigung zur Scheidung auch dieser obersten 
Schichten des Weissen in 2 Facies bietet. Nicht nur der petro- 
graphische Charakter derselben ist ein durchaus verschiedener, 
sondern namentlich auch die Einschlüsse lassen es sofort er- 
kennen, ob man’s mit „colonisirtem“ oder thonigem X zu thun 
habe. Dort herrschen mit den Korallen die Crinoideen und 
Brachiopoden durchaus vor; wo aber Plattenkalk bricht, hat man 
nicht nur auf Cephalopoden und „Krebsscheeren“ zu hoffen, 
sondern an günstigen Stellen insbesondere auch auf die so 
prächtig erhaltenen Wirbelthierreste (Solnhofen und Nusplingen). 
Die Oolithe freilich, die das Produkt eines letzten Durcheinander- 
werfens unseres oberen Weissen durch das Jurameer, also, wenn 
man will, eine Trümmer- und Strandbildung darstellen, bergen 
naturgemäss Petrefacten von beiden „Facies“ in ihrem Schooss, 
Saurierzähne und Fischkiefer so gut wie Korallen und Cidariten, 
aber alles nur in Fragmenten. Dass dieselben übrigens auch 
orographisch schon von den Platten- wie den ächten (älteren) 
Korallenkalken sich unterscheiden, zeigt die überall zu beobachtende 
Thatsache, dass sie stets die höchsten Kuppen bedecken, während 
die thonigen Niederschläge des Z-Meers sich becken- und mulden- 
förmig abgesetzt haben, die Korallen dagegen da, wo sie wuchsen, 
wie noch in den heutigen Meeren, Riffe und Stöcke bildeten, 
die wir noch in unsern Marmorfelsen, wenn gleich in gewöhn- 
liches Gestein verwandelt, vor uns haben. Es ist daher begreif- 
lich und stimmt im Grund ganz mit unserer Darstellung überein, 
wenn Waagen (der Jura in Franken, Schwaben und der Schweiz 
p- 206 ff), der unser £ und & unter dem Namen „Zone des 
‚Amm. steraspis“ in eines zusammenfasst, darin von 4 Facies- 
unterschieden redet: 1) der Scyphienfacies, 2) der Korallenfacies, 
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