Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 33, 1877)

Atropa Belladonna L. var, Iutea (Schüz) und ihr Atropingehalt, 
Von Dr. Emil Schüz in Calw. 
Im Sommer 1851 verrieth mir ein Kräutersammler, dass in 
der sog. Brandhalde, einem steilen abgeholzten Bergabhang auf 
dem linken Nagoldufer oberhalb des Weilers Ernstmühl (zwischen 
Hirsau und Liebenzell), eine Tollkirsche mit weissen Blüthen 
und Früchten wachse. Ich fand 1852 die Pflanze an obigem 
Standorte in nur einem, aber sehr üppigen Exemplar, auf buntem 
Sandstein. Später wollen Forstwächter dieselbe noch einmal ge- 
funden haben, mir gelang solches nicht. Ich versetzte den sel- 
tenen Fund in meinen Gärten, wo sich seither alljährlich die 
Pflanze in grosser Menge nnd Veppigkeit einstellt und von wo 
sie in viele botanische Gärten verbreitet worden ist. Sie ist 
ganz constant geblieben und liefert eine Menge Früchte mit 
reifen Samen. Die Farbe der Blüthe und Frucht ist aber nicht 
weiss, sondern grünlich-gelb. Durch andere Merkmale unter- 
scheidet sie sich nicht von der gewöhnlichen Tollkirsche. 
Ob diese Varietät schon an anderen Standorten beobachtet 
worden ist, weiss ich nicht. Döll führt sie in seiner Flora von 
Baden an mit Angabe des hiesigen Standortes und der Be- 
merkung: „dürfte vielleicht auch noch in unserem Gebiete auf- 
gefunden werden.“ Ich fand in der ganzen mir in die Hände 
gekommenen Literatur nirgends eine Andeutung davon, auch 
nicht durch vielfache mündliche Nachforschung. 
19*
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.