Ueber das Vorkommen von Veronica montana L.
Von Forstrath Dr. Nördlinger.
Die Flora Württembergs vom Jahr 1834 kennt nur 2 Fundorte
(Backnang und Tuttlingen) der genannten Pfianze und bezeichnet
sie als sehr selten. Die 2, Auflage des Werks vom
Jahr 1865 fügt aus den 4 Theilen des Landes weitere 10 Standorte
hinzu.und heisst sie selten.
In Wirklichkeit ist aber Veronica montana L. keine Seltenheit,
sondern nur beschränkt auf nasse, weiche Stellen, zumal
Waldwegstellen recht schattiger Buchen-, Tannen- und Fichtenwaldungen,
und zwar immer oder fast immer in Gesellschaft
von Lysimachia nemorum L. Steht diese auf einer Pfütze der
angegebenen Art, so kann man mit aller Zuversicht auch das
Vorhandensein von Veronica montana L. prophezeien, so in allen
Laubholzbeständen des Schurwalds von Manolzweiler bis Adelberg
und Plüderhausen; dessgleichen, doch wegen trockneren
Bodens nicht so häufig auf der Alb, z. B. im Förstel bei Kapfenburg,
im Aufhäuser Wald und im Mosbach bei Beuren. Auch
im Schwarzwalde württemb. und badischer Seite, z. B. zu Pfalzgrafenweiler
und in verschiedenen weitern Oertlichkeiten des
Landes, die ich nicht notirte, eben weil ich die Pflanze so häufig
gelegentlich forstlicher Exkursionen bemerkte.