Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 33, 1877)

— 2632 — 
Malmstein oder auch fälschlich „Mergel“ genannte zuckerkörnige 
(sogen. Trigonodus-) Dolomit, welcher sehr arm an organischen 
Kinschlüssen leicht kenntlich ist durch sein krystallinisches oder 
sandartiges, oft poröses Gefüge und seine gelblich-weisse oder 
gräuliche Färbung. Dieses Gestein scheint jedoch, wie 4 ver- 
schiedene, chemisch untersuchte Proben ergeben, von sehr wech- 
selnder chemischer Zusammensetzung zu sein. Abgesehen von 
dem verhältnissmässig ziemlich stabilen Gehalt an Thon, Sand 
und einigen andern heterogenen Bestandtheilen zeigten sich die 
genannten 4 Proben trotz grosser Gleichheit im äusseren An- 
sehen, Farbe, Härte, Bruch, Gewicht etc. bezüglich der Mischungs- 
verhältnisse zwischen kohlensaurem Kalk und kohlensaurer Mag- 
nesia so verschieden, dass der Procentgehalt an Magnesiabicar- 
bonat zwischen 3%, und 33% varlirt. Dieser Umstand sowie 
eine andere noch dabei beobachtete Erscheinung legte mir die 
Frage nahe, ob ich es bei diesem sogenannten Dolomit überhaupt 
mit einem Doppelsalz im chemischen Sinn zu thun habe, oder 
nicht vielmehr mit einem sehr verschiebbaren mechanischen 
Gemenge der beiden Bicarbonate, welche bekanntlich vermöge 
ihres Isomorphismus im Stande sind, sich fast in allen erdenk- 
lichen Mischungsverhältnissen zu vertreten. Die Beobachtung 
nämlich, die mir dabei noch von weiterem Interesse schien, war 
folgende: 
In sämmtlichen Höhlenräumen dieser unterirdischen Felsen- 
spalte fand ich ausser in jener schon genannten Nische der 
oberen Höhle sonst keine Spur von Kalkspathincrustation oder 
Stalaktitenbildung, dagegen waren fast alle Seitenwände nebst 
den oberen Gewölben vollständig ausgekleidet mit einem dunkel- 
braunen sandigen Lehm, der an manchen Stellen sogar stalak- 
titenartige Zapfen bildete. Dieser Lehm ergab bei einer che- 
mischen Prüfung einen namhaften Gehalt an Magnesiasalzen, 
dagegen kaum nachweisbare Spuren von Kalk. Am Boden der 
Hohlräume dagegen fand sich allenthalben eine ziemlich reich- 
liche Ablagerung von trockenem Quarzsand vom Korn der Letten- 
kohlensandsteine. Es schien mir ziemlich klar, dass diese Dinge, 
der Lehm mit beigemischter Magnesia, Sand etc., nichts Anderes
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.