Volltext: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 33, 1877)

VI. Prof. Dr. 0. Fraas sprach über die Carte g&olo- 
gique de la terre par Jules Marcou, construite par J. M. 
Ziegler. Zurie. J. Wurster & Cie. 2e €dit. 1875. Mit einer 
Explication de la seconde &dition. 
Seit 1859, in welchem Jahr die Karte erstmals erschien, 
ist die Wissenschaft mit kräftigem Schritt vorwärts gegangen, 
und haben geologische Forscher theils neue bisher ungekannte 
Länder erschlossen, t£heils das bereits Bekannte genauer unter- 
sucht und verbessert. In Folge dessen stellte sich auch für den 
vielgereisten, in der alten wie in der neuen Welt gleich be- 
kannten Verfasser der geologischen Weltkarte das Bedürfniss her- 
aus, in einer neuen Ausgabe unser dermaliges Wissen um die 
geologischen Verhältnisse unseres Planeten zusammenzufassen. 
Die Systematik und der Massstab 1: 23,000000 ist unverändert 
geblieben, was eine Vergleichung beider Ausgaben, beziehungs- 
weise die Uebersicht über die Fortschritte unseres Wissens 
wesentlich erleichtert; ebenso sind die alt bekannten sog. Buch- 
schen Farben beibehalten, so dass sich Jeder rasch orientirt, 
wer sich überhaupt schon mit geologischen Karten abgegeben 
hat. 1. Paläozoisches Gebirge. Als angesiedelter Amerikaner 
gliedert .J. Marcou anders, als europäische Geologen gewohnt 
sind; er beginnt mit „terrain taconique“, den 10,000 M. mäch- 
tigen Schichtengliedern, welche noch unter dem in Europa als 
ältesten Gebirge verzeichneten Cambrischen liegen. Folgt dann 
Cambrien, Silurien, DeEvonien. 2. Steinkohlengebirge, carbonifüre, 
umfasst Bergkalk und das produktive Kohlengebirge. Ein Blick 
auf die Karte genügt, um das Ueberwiegen Amerikas über die 
gesammte übrige Welt in dieser Hinsicht zu zeigen. 3. Dyas 
und Trias, new red sandstone, bilden die dritte Farbe, vorherr- 
schend in Deutschland, Russland und im Süden von Afrika. 
4. Der Jura ist wegen seiner geologischen Wichtigkeit in be- 
sonderer Farbe ausgeschieden im Secundärgebirge, wesshalb auch 
5. die Kreide ihre. besondere Farbe hat. Zu bedauern ist, dass 
die Untersuchungen der deutschen Professoren von Cordova dem 
Herrn. Verfasser unbekannt blieben, wornach sich im Westen 
Württemb. naturw. Jahreshefte. 1877. 5 
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