Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 33, 1877)

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Euphorbia, bildete sich nur auf einem Fensterflügel ab, nicht auf 
dem andern, obgleich sie bei ihrer Grösse auch auf ihn hinüber- 
ragt; und eine andere Pflanze gegenüber dem ersten Flügel 
bildete sich gar nicht ab. An andern Wintertagen zeigte sich 
die Erscheinung nicht. Ein anwesendes Mitglied theilte dem 
Berichterstatter mit, dass er die Abbildung der Zeichnung eines 
Vorhangs auf dem gefrorenen Vorfenster in einem Zimmer seiner 
Wohnung, das nicht geheizt wird und in das kein Licht kommt, 
beobachtet habe. Welcher Art von Strahlung die Erscheinung 
ihren Ursprung verdankt, kann in jeden einzelnen Fall wohl nur 
ganz genaue Beobachtung an Ort und Stelle darthun. 
Die zweite Mittheilung bezieht sich auf eine Art Wolken- 
färbung, über die kein meteorologisches Werk Auskunft gibt 
und die auch der Redaktion der meteorologischen Zeitschrift in 
Wien nicht bekannt ist. Am 21. Mai, Abends 7 Uhr, bei 
10° R., etwa eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang, zeigten 
sich am westlichen Horizont cirrhusartige "Wölkchen, von einem 
regenbogenfarbigen Saum umgeben, bei kühler, trockener Luft. 
Die Erscheinung ist dem Berichterstatter seit etwa zwanzig 
Jahren wohl bekannt, und nachdem er sie einmal gesehen, be- 
obachtete er sie, wie das bei meteorologischen Dingen zu gehen 
pflegt, verhältnissmässig häufig. Auch die Erscheinung vom 
21. Mai beobachtete er auf der Fahrt von Gmünd nach Cann- 
statt. Wer die Farben von Gypsblättchen im polarisirten Licht 
schon gesehen hat, wird unwillkührlich an diese Erscheinung 
erinnert. Nach Arago (in einer Stelle seiner Werke, die 
der Berichterstatter leider trotz vielen Suchens nicht mehr 
finden kann) soll es sich in der That um farbige Polarisation 
handeln. 
VIII. Director Dr. v. Zeller erläuterte die von ihm 
zur Ansicht ausgestellten Meer- und Süsswasser-Algen 
und forderte zu eingehender Beschäftigung mit dieser durch 
Schönheit und Mannigfaltigkeit der Formen ausgezeichneten Fa- 
milie auf. 
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