Volltext: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 34, 1878)

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Fundorten zu. Dieser lässt sich von dem künstlichen aus Stein- 
kohlentheer gewonnenen Asphalt schwerlich unterscheiden, mit 
dem aus Holz erzeugten aber nicht verwechseln, am aller- 
wenigsten mit dem aus dem duftigen Birkentheer gewonnenen. 
Wird die Erhitzung des geschmolzenen Asphalts irgend eines 
Ursprungs fortgesetzt und gesteigert, so gehen Produkte immer 
höherer Siedpunkte über, bis zuletzt eine cokesartige poröse 
Masse mit dem halbmetallischen Cokesglanz zurückbleibt. Dieser 
Glanz ist das einzige, worin dieser Rückstand dem Graphit 
ähnelt. 
Herr Revierförster Frank hatte die Güte mir von den 
Rindenrollen, dem aufgefundenen „Asphalt“ und Graphit“ Müsterchen 
zu geben, mit denen ich Destillationsversuche anstellen konnte, 
die meine Vermuthung hinsichtlich des Ursprungs des Pfahlbau- 
asphalts bestätigten. Dabei kann ich nicht umhiu auf die in- 
teressante Thatsache aufmerksam zu machen, dass die Birkenrinde 
aus den Pfahlbauten so wenig chemische Veränderung erlitten 
zu haben scheint, dass sie bei der trockenen Destillation wesent- 
lich dieselben Produkte liefert wie frische. 
Bei den geringen Mengen, die mir von den verschiedenen 
Materialien zu Gebot standen, die aber zu Erreichung eines 
sicheren Resultats vollständig genügten, vollzog ich die trockene 
Destillation in kleinen Glaskölbchen vor dem Löthrohr: 
Bruchstücke der Pfahlbaubirkenrinde erfüllten beim Er- 
hitzen den Hals des Kölbchens mit Theerdämpfen, die sich zu 
Theer condensirten mit allen Eigenschaften, namentlich dem 
specifischen Geruch des aus frischer Birkenrinde gewonnenen 
Birkentheers. 
Das Asphaltpulver, welches Herr Revierförster Frank von 
dem gefundenen Asphaltklumpen abgeschabt hatte, schmolz als 
ich es auf ähnliche Weise im Glaskölbehen erhitzte, und gab 
Dämpfe und Condensationsprodukte, welche in allen Stücken mit 
den aus der Birkenrinde erhaltenen so vollständig überein- 
stimmten, namentlich in dem carakteristischen Juchtengeruch, 
dass nicht der geringste Zweifel bleibt, dass der Asphalt der 
Schussenrieder Pfahlbauten eingekochter Birkentheer ist, der
	        
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